1. Großsteingräber bei Ahlhorn und Steinloge
für Interessierte:
ein wenig wissenschaftlicher
Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte
man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
1. Großsteingrab Ahlhorn (933) |
zerstörtes Großsteingrab am Schietelberge |
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8.+9. Ahlhorner Kellersteine (939+940) |
zerstörtes Großsteingräber Landwehrbäke |
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10.+11. Steinloger Kellersteine (941+942) |
zerstörtes Großsteingrab Falschheide |
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zerstörtes Großsteingrab Neue Kamp (Sage) |
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(die 900er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder) |
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1. Großsteingrab Ahlhorn = "Bakler Berg" (+) Am Südrand von Ahlhorn liegt
ein stark zerstörtes Großsteingrab, bei dem anzunehmen
ist, dass es ähnlich wie der Visbeker Bräutigam bzw. die
restaurierten Kleinenkneter Steine ausgesehen hat, allerdings etwas
kleiner. Die Steine der Grabkammer fehlen leider; sie werden Ihren
Platz in Fundamenten, Mauern und als Gedenksteine gefunden haben. Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Im Gegensatz zur Kartierung,
die Sprockhoff 1929 vorgenommen hat, habe ich einen großen
Umfassungsstein mehr vorgefunden (grün). Dafür liegt der
benachbarte Stein weiter östlich, als bei Spockhoff verzeichnet
(hellgrau).
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Das Grab wird heute auch als Großsteingrab "Ahlhorn Ostsiedlung" bezeichnet, und in alten Karten wird das Grab als "Steingrab am Bakeler oder Backeler Berg" aufgeführt. Als älteste Erwähnung finden sich hier "Steinreihen" am Bakeler Berg in einer Karte von 1765. |
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Ebenfalls südlich vom Flughafen lag das zerstörte Großsteingrab "Landwehrbäke", von dem heute nur noch ein Tragstein erhalten ist. |
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8. Ahlhorner Kellersteine 1 = Erdmannsteine 1, ca. 20 Minuten östlich vom Bräutigam (++), Sprockhoff-Nr. 939 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 8) Wenn man vom Bräutigam aus dem
sog. Brautweg folgt, und am ersten Feld nach Norden abbiegt, kommt
man nach ca. 20 Minuten zu den Ahlhorner Kellersteinen, die unbedingt
einen Besuch Wert sind. Sie liegen ca. 50 m auseinander und haben
beide noch großartige Decksteine. Der größte DEckstein des westlichen Grabes ist 4,5 x 2,1 x 1 m groß.
Basierend auf Keramikfunden werden beide Kellersteine der älteren bis mittleren Phase der Westgruppe der Trichterbecherkultur zugeordnet. |
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps. Man erreicht die Kellersteine entweder über den Brautweg oder einfacher, wenn man von Ahlhorn die B 213 nach Wildeshausen befährt. Ca. 2 km hinter dem Ahlhorner Ortende biegt man in die nächste Straße rechts (Rüspelbusch) ein, die zuerst nach links und dann wieder nach rechts abknickt. So kommt man unter der Autobahn hindurch. Etwa 400 m südlich der Autobahn liegen östlich dieses Weges die Kellersteine im Gebüsch. Beide Kellersteine waren 1878 vom Herzogtum Oldenburg gekauft und unter Schutz gestellt worden. |
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9. Ahlhorner Kellersteine 2 = Erdmannsteine 2, ca. 20 Minuten östlich vom Bräutigam (++), Sprockhoff-Nr. 940 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 9) Das hintere Grab ist kleiner (6 x
2,5 m) als das vordere und hat noch 9 Trag- und 2 Decksteine. Vorne
fehlen ein Abschluss- und ein Deckstein, der mittlere Deckstein, der einmal 4,5 x 2 m groß war,
soll 1916 durch einen Soldaten des Luftschiffhafens Ahlhorn mit einer Handgranate gesprengt worden sein.
Er ist in der Mitte durchgebrochen und eingeknickt. Wenn man von vorn kommt, sieht es so aus, als ob das Grab relativ frei läge. Aber im hinteren Bereich erkennt man, dass nur die Decksteine aus dem umschließenden Hügel herausragen. D.h. das Grab steckt noch tief im Hügel, und
bis 1919 soll das Grab noch teilweise vom Erdhügel bedeckt gewesen sein. Es
hat eine weniger häufig vorkommende, trapezoide Form.
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Der Weg zum Grab mit GoogleMaps. |
Wie es 1984 aussah, findet man auf der Seite mit historischen Bildern. In mehreren Publikationen wird den
Kellersteinen die Legende des "Wunnersteens", des Ahlhorner Wundersteines,
zugeordnet. Wenn man alte Ahlhorner fragt, so handelte es sich bei
dem Wunnersteen aber um einen riesigen, flachen Findling, der in
einem Acker lag. Das gesamte Gedicht kann man bei Etta Bengen: O wunner, o wunner, wat lieg hier wohl unner? Großsteingräber zwischen Weser und Ems im Volksglauben. Oldenburg 2000, nachlesen. |
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10. und 11. die Steinloger Kellersteine, bei Steinloge, südlich der Autobahn (++), Sprockhoff-Nr. 941 und 942 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 10 u. 11) |
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Im letzten Buch von M. Fansa (s. Lit.-verzeichnis) sind die Gräber als Großenkneter Kellersteine abgebildet, wobei das Bild aber schon einige Jahrzehnte alt sein muss, denn heute liegen die Gräber nicht mehr im freien Feld, sondern sind von hohen Tannen umschlossen. Zwei der Tannen wurden im Frühjahr 2011 gefällt, so dass Grab 941 jetzt wieder etwas offener liegt. Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps. |
Der Name
"Kellersteine" ist zwischen Ahlhorn und Wildeshausen allgegenwärtig!
Auch südlich von Steinloge liegen zwei Kellersteine, die kaum
bekannt und schwer zu finden sind. Bei Grab 941 (rechte Fotospalte unten) sind allerdings noch alle 13 Tragsteine vorhanden, so dass die rechteckige Kammer gut zu erkennen sind. Aber es sind nur noch 3 Decksteine (von 5) verblieben. Die Kammer ist 7,5 x 1,5 m groß. An einem geborstenen Deckstein ist eine Sprengbohrung zu erkennen, d.h. auch dieses Grab wurde Anfang des 20. Jahrhunderts "brutal" geräubert. Bei Grab 942 (linke
Fotospalte) ist die Kammer 5,5
x 1,5 m groß und es sind 9 von 10 Tragsteinen und 3 von 4
Decksteinen vorhanden. Obwohl beide Gräber nur klein sind, lohnt sich der Abstecher, weil man zwei Großsteingräber auf einmal besuchen kann.
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Es kann immer wieder vorkommen, dass man im Oldenburger Land auf Steinsetzungen trifft, die auf den ersten Moment wie Reste von großen Grabkammern aussehen. Dies sind aber meist die Fundamente von ehemaligen Schafställen (Schafkoben), für die bestimmt auch der eine oder andere Stein aus einem zerstörten Großsteingrab verwendet worden ist. Diese Fundamentsteine weisen auch oft die typischen Reste von Sprengbohrungen auf (unten rechts), mit denen man vor 100 - 150 Jahren sehr großen Findlige (Decksteine) in transportierbare Stücke zerteilt hat. --> Karte mit Schafkoben rund um Ahlhorn
Es gibt auch eine abenteuerliche, inzwischen nicht mehr ernsthaft verfolgte Theorie, dass die Großsteingräber ursprünglich vergleichbar wie die Schafkoben gebaut worden sein sollen, und als Gotteshäuser oder Versammlungsräume gedient haben. --> siehe Theoretisches zu Großsteingräbern


Fundamente eines Schafkobens
am Ahlhorner Rüspelkämpe. Der Stein im Vordergrund in der Mitte zeigt
Reste eines Sprengloches.
Die Ahlhorner Großsteingräber Bakeler Berg, Schietelberg, Ahlhorner Kellersteine und Bakenhus wurden am 28.2.1884 neben zahlreichen gemeindeeigenen Waldungen in die Obhut der großherzoglich, oldenburgischen Forstverwaltung übergeben. Die Bräutigamgruppe war schon 1840 aus Privatbesitz übernommen worden.
Wenn man schon einmal in der Gegen von Ahlhorn
ist, sollte man auch die folgenden Sehenswürdigkeiten besuchen:
- die Hügelgräberfelder
in Endel (unten links)
- die 12
Apostel bei den Ahlhorner Fischteichen,
die vielleicht vorzeitliche Kalendersteine sind (unten rechts)

Großsteingräber
bei (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker |