4. Großsteingräber bei Visbek, Endel, Halter
für Interessierte:
ein wenig wissenschaftlicher
Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte
man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
12. Großsteingrab Stüvenmühle (975) |
12a, b. zerstörte Großsteingräber Stüvenmühle |
|
27a. zerstörtes Großsteingrab Hohe Steine bei Varnhorn |
27b. zerstörtes Großsteingrab Reckmühle bei Endel |
|
zerstörtes Großsteingrab Kooksteine bei Halter |
zerstörtes Großsteingrab Gerkenkamp bei Halter |
|
(die 900er Nummer hinter der Grabbezeichnung gibt die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder) |
||
12. Großsteingrab Stüvenmühle, nahe der Aue bei Visbek (++), Sprockhoff-Nr. 975, in meiner Übersichtskarte die Nr. 13 Nordwestlich
von Visbek führt von Engelmannsbäke die sog. Mühlenstraße
nach Süden nach Meyerhöfen. Südlich der eigentlichen Stüvenmühle
liegt das neue Wohnhaus des Gut Stüvenmühle, in dessen
Garten sich ein Großsteingrab befindet. Ein riesiger Deckstein
ist im Winter von der Straße aus zu erkennen, wenn das Gesträuch
ohne Laub ist. Alten Aufzeichnungen zufolge war das gesamte Megalithgrab,
ein Hünenbett, 60 x 7 Schritte groß. Heute ist
nur die Grabkammer erhalten. Sprockhoff hat sie 1952 und 1967 besucht.
Er gibt an, dass die Kammer 2,75 x 1,8 m groß ist und aus
2 Jochen mit Decksteinen und den Abschlußsteinen an den Längsseiten
besteht, wobei für ihn die Untersuchung schwierig war, weil
die Kammer noch in ihrem Hügel steckte. Dieser Hügel sei
in relativ neuer Zeit aufgeschüttet worden, um die Kammer als
Kartoffelkeller nutzen zu können. Die zahlreichen Findlinge der Hofeinfahrt sollen nach Aussage des Besitzers nicht vom Grab, sondern aus den Feldern stammen. Position des Grabes: Garmin: 52°
51,011 N, 8° 15,713 E |
|
|
12a, 12b. zerstörte Großsteingräber Stüvenmühle, nahe der Aue bei Visbek (-), in meiner Übersichtskarte die Nr. 12a und b
Der
Hügel von Grab A ist ca. 18 x 10 m groß. In alten Unterlagen
wird von einer Kammer mit rechteckiger Einfassung gesprochen, 1940
sollen noch 3 Steine in der Mulde vorhanden gewesen sein. Grab B ist beim Straßenbau völlig zerstört worden. Der
Hügel von Grab C ist ca. 11 x 10 m groß, seine Position
ist N 52° 51,152’, E 8° 15,690’ (Garmin)
bzw. 52° 51' 09,42" N, 8° 15' 41,71" O (Google). Von Grab D waren 1940 noch zwei Steine vorhanden, 1965 wurden Tiefstichscherben gefunden. Das Grab soll 1971/72 eingeebnet worden sein, heute ist nichts mehr davon zu erkennen. Es müsste bei 52° 51,15' N, 8° 15,77' O gelegen haben. Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps. In dieser Gegend findet man viele, riesige Findlinge an
Wegkreuzungen etc. (Fotos unten), die
ggf. von diesen oder anderen Gräbern herrühren können.
27a. zerstörtes Großsteingrab
Hohe Steine am Erdmannsberg, Siedenbögen bei Varnhorn (-),
in meiner Übersichtskarte die Nr. 27
Westlich
von Varnhorn, kurz vor der Twillbäke, findet sich in einer
Karte von 1900 der Hinweis auf ein Großsteingrab "Hohe
Steine". Auch im ADABweb des Niedersächsischen Landesamtes
für Denkmalschutz findet sich ein Hinweis auf dieses Grab.
Sprockhoff hingegen hat das Grab nicht mehr erwähnt.
Position: Ca. 800 m nördlich von den zerstörten Hohen Steinen verweist Selent auf einen länglichen Hügel (20 x 9 m), bei dem es sich möglicherweise ebenfalls um ein Großsteingrab handeln könnte. Ich habe das Gelände besucht und konnte keine entsprechenden Hinweise finden.
27b. zerstörtes Großsteingrab Reckmühle (Endeler Heide), westlich der Twillbäke (-), in meiner Übersichtskarte die Nr. 27
In Endel geht nach Osten eine Straße
ab, an der die „Forellenfarm Auetal“ ausgeschildert ist. Man folgt
der Straße ca. 2 km, bis sie an einem Wald nach rechts abknickt.
Hier führt ein Weg am Feldrand entlang nach Süden, und
nach ca. 1 km liegt rechts ein großer Hügel unter einigen
Laubbäumen. Position: Google Earth: 52° 51' 54,14"
N, 8° 17' 31,92" O.
|
|
Wenn man schon einmal in der Gegend der Stüvenmühle
ist, sollte man auch die Hügelgräberfelder in Endel
besuchen:
Bei Hogenbögen, zwischen Visbek und Rechterfeld hat ein Bauer in den 50er Jahren ständig Probleme beim Pflügen gehabt, weil er auf Steine stieß. Nachdem 1959 eine Voruntersuchung erfolgversprechend war, hat H.G. Steffens dort 1966 zwei Flachgräber aus der Jungsteinzeit nachweisen können, die definitiv kein zerstörtes Großsteingrab waren. Pflasterung, umfassender Steinkreis, zwei Findlinge, Pfeilspitzen, Steinbeile und jede Menge Scherben aus der Trichterbecherkultur wurden gefunden. Das Grab dürfte etwa zeitgleich mit dem Grab II von Kleinenkneten gewesen sein.
zerstörtes Großsteingrab "Über Pastors Kamp", Visbek
Bei Baggerarbeiten in einem Neubaugebiet im Nordwesten von Visbek kamen
zwei große Findlinge zutage. Durch Kanalisationsarbeiten waren bereits drei
weitere Findlinge der nördlichen Kammer ausgebaggert worden. 1991 konnte noch der
südliche Teil eines Megalithgrabes mit sechs versenkten Findlingen ausgegraben werden.
Zwischen den Findlingen befand sich ein noch weitgehend ungestörter, mit Steinen
gepflasterter Grabboden. Ein ganz erhaltenes
Gefäß konnte geborgen werden.
Einige Steine aus diesem
Grab wurden 1996 vor dem Visbeker Rathaus zu einem Denkmal zusammengestellt.
Die Inschrift lautet: "Wir sind vor Millionen Jahren in Skandinavien entstanden. Das Eis
brachte uns vor 200.000 Jahren hierher. Vor 5.000 Jahren wurden wir in Visbek
zu Megalithgräbern der Trichterbecherkultur verbaut. In vorigen Jahrhunderten
hat man uns gesprengt und versenkt. Im Jahre 1991 grub man uns auf dem
Uhlenkamp aus, und nun liegen wir hier seit 1996 als Zeugen einer bewegten
Vergangenheit.“
Am ursprünglichen Standort des Grabes befindet sich heute ein Neubaugebiet, vom
Grab ist nichts mehr zu erkennen.
zerstörtes Großsteingrab „Stippers Höhe“, Visbek
1989 stieß ein Landwirt beim Pflügen im Nordwesten Visbeks auf Steine, und es wurde
eine Notgrabung durchgeführt, die
bestätigte, dass es sich um die Reste eines bisher unbekannten, zerstörten
Megalithgrabes handelte. Die
restlichen großen Steine trugen z. T. noch Spuren von Sprenglöchern bzw. von
Feuereinwirkung, um die
Steinblöcke zu zerkleinern. Ein Teil der Kammerpflasterung war relativ gut erhalten. Scherben von verzierten
Gefäßen der Trichterbecherkultur, ein Trichterbecher, Feuersteinpfeilspitzen und ein Steinbeil wurden geborgen.
Heute ist an der Stelle von diesem Megalithgrab nichts mehr zu sehen.
|
Großsteingräber bei (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker |