Einleitung
Als ich vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen nach Ahlhorn zog, faszinierte mich sofort die große Zahl an vorzeitlichen Stein- und Hügelgräbern. Aber es dauerte einige Jahre, bis ich Zeit fand, mich diesen steinernen Zeitzeugen unserer Vorgeschichte ausgiebig zuzuwenden und diese Homepage zu erstellen. Ich habe meine intensive Bestandsaufnahme im Frühsommer 2006 in der Wildeshauser Geest begonnen und in den folgenden Jahren immer weiter ausgedehnt (Vechta, Cloppenburg, Emsland, Osnabrück, Ammerland, Ostfriesland, Fallingbostel). Diese Bestandsaufnahmen sind nahezu abgeschlossen und ich plane zukünftig Ostholstein und das Gebiet nördlich der A1 zwischen Weser und Elbe einzubeziehen. D.h. auf dieser Homepage werden sich im Laufe der Zeit immer wieder Änderungen und Neuerungen ergeben. Ich hoffe somit, zu gegebener Zeit eine wirklich aktuelle Übersicht der Vorzeitgräber Nord- bzw. Nordwestdeutschlands bieten zu können.
Grundlage meiner Nachforschungen
sind u.a. der 1. und der 3. Band des Atlas der Megalithgräber Deutschlands von E. Sprockhoff, das deutsche Standardwerk schlechthin.
Band 1 (Schleswig-Holstein) wurde 1966 veröffentlicht, die Besuche der Megalithgräber erfolgte in den Jahren 1934 bis 1965. Die dargestellten Befunde sind also bis zu 77 Jahre alt.
Band 3 (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) wurde sogar erst 1975 von G. Körner fertiggestellt. Wer jetzt glaubt, dass die Befunde des 3. Bandes insgesamt aus den 70er Jahren stammen, unterliegt einem Irrtum. Sprockhoff
und Schwieger haben die meisten niedersächsischen Großsteingräber in der Zeit zwischen
1926 und 1930 besucht. D.h. die bei Sprockhoff wiedergegebenen Skizzen der Gräber
sind bis zu 85 Jahre alt. Die Beschreibungen und Überarbeitungen
im Textteil 3 sind z.T. auch fast 35 Jahre alt, da 1975 eine Überarbeitung durch G. Körner stattgefunden hat.
Deshalb fand ich es befremdlich,
dass in nahezu allen neueren Publikationen und Hinweistafeln stets die alten
Skizzen von Sprockhoff und Schwieger abgedruckt werden, die z.T. gar nicht mehr
den tatsächlichen Zustand der Gräber wiedergeben. Teilweise wurden
die Gräber seitdem aufwändig restauriert, teilweise wurden weitere
Steine gestohlen.
Mich hat deshalb interessiert, systematisch den heutigen Zustand der Megalithgräber
zu dokumentieren und ich habe alle hier beschriebenen Großsteingräber und Findlinge selbst besucht. Teilweise war es erschreckend,
in welch ungepflegtem Zustand die weniger bekannten Großsteingräber
sind; niedriges Gesträuch und Ranken wuchern alles zu, und zwischen den
Steinen wachsen junge Bäume heran, die in einigen Jahren gewiss großen
Schaden anrichten werden.
In Abstimmung mit dem Forstamt Ahlhorn und dem Niedersächsischen Amt für
Denkmalpflege führe ich deshalb im Landkreis Oldenburg regelmäßige,
oberflächliche Reinigungsaktionen an den Großsteingräbern durch,
wobei zumindest der Wildwuchs entfernt wird.
Die auf diesen Seiten
abgebildeten Fotos sind alle seit dem Sommer 2006 oder später entstanden.
Ausnahmen bilden lediglich die historischen Fotos (1984) und die Abbildungen
ausländischer Megalithanlagen. Die Skizzen mit der Lage der Steine geben
ebenfalls den Zustand von 2006 bis 2012 wieder.
Ich bin überzeugt, mit dieser Homepage die aktuellsten und umfassensten
Informationen zu den 39 Großsteingräbern präsentieren zu können,
die heute noch in der Wildeshauser Geest erhalten sind. Dies gilt jetzt auch
für die 14 Anlagen im Kreis Cloppenburg, 60 Großsteingräber
im Emsland und 42 Gräber im Osnabrücker Land und andere Gräber
auf dieser Homepage. Insgesamt werden auf diesen Seiten z.Z. Informationen zu
etwa 215 Großsteingräbern präsentiert.
Ich bin ehrenamtlicher Beauftragter für archäologische Denkmalpflege im Landkreis Oldenburg und Mitglied in mehreren archäologischen Arbeitskreisen und Vereinen* und hoffe, dass daraus wertvolle Impulse zur weiteren, fachlichen Ausgestaltung der Homepage resultieren.
Um anderen
Begeisterten das Aufsuchen der Gräber zu erleichtern, habe ich auf den
jeweiligen Seiten Lagepläne auf Basis von Karten von GoogleMaps (www.maps.ggogle.de)
eingefügt. Google gestattet freundlicherweise die Nutzung der Satellitenkarten
für nichtkommerzielle Zwecke.
Bei vielen Gräbern habe ich GPS-Daten angegeben. Diese wurden zum einen
von mir selbst mit einem Garmin 12-Kanal-Gerät vor Ort gemessen und sind
ohne Gewähr. Zum anderen habe ich auch die Koordinaten angegeben, die Google-Earth
GoogleEarth (www.earth.google.com) zu entnehmen waren.
Zu vielen Großsteingräbern
werden übrigens ausgezeichnete Radtouren und Wanderungen von den Gästeführer/innen
der jeweiligen Gemeinden angeboten. Auf wunderschönen Wegen geht es nicht
nur zu den berühmtesten, sondern auch zu den weniger bekannten Plätzen,
die sonst nur schwer zu finden sind.
Z.B bei der Radtour "Steinzeit bis zur Bronzezeit in der Gemeinde Großenkneten"
werden Huntlosen, Hespenbusch, Visbeker Braut und Bräutigam mit Nebengräbern,
Heidenopfertisch, Steinloger und Ahlhorner Kellersteine, Bakler Berg und Bakenhus
besucht, wobei fachkundige Informationen, Sagen und Legenden, Geschichten am
Rande und sonstige Sehenswürdigkeiten präsentiert werden.
Die Homepage steht
jetzt im sechsten Jahr im Netz und ich habe mich sehr gefreut, dass andere
Megalith-Fans bereits Kontakt mit mir aufgenommen und Hinweise zu offene Fragen
gegeben haben, die ich auf diesen Seiten immer wieder präsentiert habe.
Falls mir jemand irgendwelche nützlichen Informationen zu den Vorzeitgräbern
geben kann, bin ich für jede E-Mail an meine Adresse dankbar. Wenn jemand
Fragen hat, beantworte ich sie gerne:
bernd.rothmann(at)web.de oder bernd.rothmann(at)archaeologie-ol.de.
Der Name der Homepage leitet sich übrigens von den hier beschriebenen steinernen Zeitzeugen ab, kurz www.steinzeugen.de.
Zur Entwicklung der Homepage
Version 1 dieser Homepage
bezog sich nur auf die Wildeshauser Geest. In Version 2 habe ich 2008 und 2009
die Sammlung auf den Kreis Cloppenburg und das Emsland (Kreise Aschendorf-Hümmling,
Meppen und Lingen) ausgeweitet. In Version 2a, wurden
die bis dato stationären Kartenausschnitte aus GoggleEarth durch interaktive
Karten von GoogleMaps ersetzt , und es wurden 2010 die Großsteingräber
im Landkreis Osnabrück eingearbeitet.
Und wenn es gerade passte, wurde auch abseits gelegene Megalithanlagen, z.B. bei Aurich, Barnstorf, Nienburg oder Fallingbostel besucht und eingearbeitet.
Z.Z. liegt Version 3 vor, in der ich begonnen habe, 2011 und 2012auch Großsteingräber in Schleswig-Holstein (Ostholstein) zu erfassen. Außerdem wurden die Beschreibungen von bronze- und eisenzeitlichen Grabhügeln in der Wildeshauser Geest herausgenommen, da sie terminologisch nicht zum Thema passen.
Als nächstes sollen dann die Großsteingräber zwischen Bremen, Cuxhaven
und Stade folgen.
Langfristig plane ich, die Inhalte ins Englische zu übersetzen, um auch den nicht Deutsch sprechenden Hobbyarchäologen Zugang zu diesen Texten zu ermöglichen. Die englische Version ist z.Z. noch nicht fertig und kann später über www.stonewitnesses.de aufgerufen werden.
direkt zu den Großsteingräbern
in Niedersachsen in Schleswig-Holstein
* Ich bin aktiv und passiv
in folgenden archäologischen Arbeitskreisen tätig:
Arbeitsgemeinschaft Archäologische
Denkmalpflege der Oldenburgischen Landschaft - www.archaeologieag-oldenburg.de
Förderverein
Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen - www.urgeschichte-wildeshausen.de
und passiv in Gesellschaft für Denkmalpflege in Niedersachsen e.V., Hannover
ArchAN - Archäologischer Arbeitskreis Niedersachsen im Niedersächsischen Heimatbund - www.archan-nhb.de
Förderverein
Bronzezeithaus Hahnenknoop e.V. - www.bronzezeithaus.de
Niedersächsischer
Landesverein für Urgeschichte e.V., Hannover - www.urgeschichte.de