189. Großsteingrab Krelingen, nordöstlich von Krelingen (++), Sprockhoff-Nr. 805
Dieses Großsteingrab
wurde vom April 1968 bis Sommer 1972 restauriert.
Ürsprünglich hatte die 7,8 x 1,8 m große Grabkammer
in einem 13 x 6,5 m großen, flachen Hügel gelegen, der
von einem "Steinkranz" umgeben gewesen war. Mir ist dabei
nicht klar, ob es sich um eine ovale Umfassung oder ein rechteckiges
Hünenbett gehandelt hat, denn die Umfassungssteine sind ebenso
wie 5 der ursprünglich 6 Decksteine und mindestens ein Tragstein
alle verschwunden. Der südöstliche Abschlussstein
muss bei der Restaurierung ersetzt worden sein, denn er ist in der
Grabungsskizze von 1968 nicht vorhanden. Der Kammerboden war von
den ursprünglichen Erbauern mit einem fast fugendichten Feldsteinpflaster
versehen worden, und zwischen den Trägern befand sich ursprünglich
ein außergewöhnlich gut ausgeführtes, sog. Zwickelmauerwerk.
Ein Tragstein soll noch erhalten sein.
Im Grab fanden sich Scherben der Trichterbecherkultur, aber auch
solche, die einen Kultureinfluss aus Ostdeutschland bezeugen. Außerdem
haben sehr früh Nachbestattungen durch die Riesenbecherleute
stattgefunden.
Auch in der Zeit Karls des Großen muss im Grab gebuddelt worden
sein, denn man fand auch Scherben aus dieser Zeit in der Kammer.
Die fehlenden Steine wurden im 19. Jahrhundert für den Bau
einer Brücke durch Keile oder Pulver gesprengt und weggeschafft.
Beim Bau der Autobahn wurde das Grab als Fäkaliengrube für
die Arbeiter benutzt.
Heute liegen im Umkreis von ca. 10
m noch 6 größere Findlinge herum, die nicht eindeutig
dem Grab zuzuordnen sind. Einer könnte aber ein Decksteinbruchstück
sein (Foto unten links).
Dass das Grab heute noch erhalten
ist, dürfte der preussischen Regierung zu verdanken sein, die
das Gelände 1981 für 100 Goldmark kaufte und unter Schutz
stellte.
   Position Google Earth:
52°
48,331’ N, 9° 40,286 E Der Weg zum
Grab mit GoogleMaps
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Großsteingräber Sieben Steinhäuser, nordöstlich von Westenholz (+++), Sprockhoff-Nr. 806 - 810
Die im folgenden
beschriebenen Großsteingräber "Sieben Steinhäuser" liegen in einem militärischen Übungsgebiet
und sind nur am Wochenende zu besichtigen, wobei man der Ausschilderung
von Westenholz folgen sollte.
Die ursprüngliche Landschaft ist stark gestört, denn die
Gräber wurden vor einigen Jahrzehnten mit hohen Erdwällen
umgeben, um sie vor Querschlägern und Fehlschüssen zu
schützen.
Es gibt übrigens keine verlässlichen Hinweise, dass es
einmal 7 Grabkammern gewesen sind, auch in den älteren Unterlagen
sind immer nur 5 Gräber verzeichnet. Man muss davon ausgehen,
dass in früherer Zeit die Zahl 7 symbolisch für "viele"
stand (z.B. "Siebensachen"). Zwar wird bereits 1720 von
"te seven Steenhusen" geschrieben. In der ersten bildlichen
Darstellung von 1744 sind jedoch schon nur 5 Gräber zu sehen.
Am 24.7.1835 stellte die Amtsvoigtei Fallingbostel die Gräber
unter Schutz.
1921 wurden die Gräber erstmals genau vermessen.
1934 begann die Einrichtung des Truppenübungsplatzes, bei der
glücklicherweise ausreichende Sicherungsmaßnahmen für
die Gräber getroffen wurden, wobei die Gräber C und D
sogar ausgegraben und restauriert wurden.
Bei der Wiederinbetriebnahme des Truppenübungsplatzes nach
dem zweiten Weltkrieg waren die Gräber erneut aufs höchste
gefährdet, und man überlegte im Regierungspräsidium
Lüneburg sogar, die Gräber an einen sicheren Ort zu verlegen.
Statt dessen wurden die Gräber 1958 mit den vorhandenen Wällen
umgeben. Trotzdem kam es aber auch danach noch zu vereinzelten Granateinschlägen
im Grabbereich.
1983 wurden die Gräber durch die Militärnehörde erneut
vermessen, wobei sich herausstellte, dass alle 5 Gräber genau
in nordöstlicher Richtung ausgerichtet und so zueinander aufgestellt
sind, dass einige Fachleute bereits von einem "neolithischen"
Baukonzept sprechen. Grab D würde dann aber ein "Fremdkörper"
in den ansonsten ähnlichen Gräbern sein, und man geht
davon aus, dass es das älteste ist.
Der Lageplan der 5 Gräber ist rechts oben wiedergegeben.
190. Großsteingrab A, Sieben Steinhäuser, nordöstlich von Westenholz (+++), Sprockhoff-Nr. 806
Die Kammer ist 6,5 x 2 m groß.
Der große, südwestliche Deckstein misst 3,75 x 2,75 x
1 m. Der mittlere Deckstein ist zerbrochen. Der Deckstein des Einganges
fehlt. Obwohl es auf beiden Längsseiten je 4 Träger gibt,
hat das Grab immer nur 3 Decksteine gehabt, und ist somit ein Beispiel,
dass die Bezeichnung der "Joche" nicht immer anwendbar
ist (1 Joch = 2 Träger mit zugehörigem Deckstein).
Ich habe keine Unterlagen finden können, ob an diesem Grab
Restaurierungsarbeiten stattgefunden haben.
 
Position Google Earth: 52°
47,981’ N, 9° 47,763 E Der Weg zum
Grab mit GoogleMaps
191. Großsteingrab B, Sieben Steinhäuser, nordöstlich von Westenholz (+++), Sprockhoff-Nr. 807
Diese 7,0 x 2,2
m große Kammer weist je 4 Träger und vier zugehörige
Decksteine auf, wobei einer sehr schmal ausgefallen ist. Das Grab
wurde 1924 ausgegraben und untersucht. Dabei wurden u.a. drei Anhäufungen
von Knochen gefunden, die darauf hindeuten, dass die Skelette ab
und zu zu Haufen zusammengeschoben wurden, evtl. um für weitere
Bestattungen Platz zu machen. Weiterhin konnten Reste des Zwickelmauerwerks
festgestellt werden. Aus der ursprünglichen Errichtungsphase
stammten offenbar nur die Knochenhaufen und eine Feuersteinklinge,
alle anderen Funde lagen darüber und waren jüngeren Datums.
Insbesondere Keramikscherben der Riesenbecherkultur und der Einzelgrabkultur
wurden noch in der Kammer gefunden.
 
Position Google Earth: 52° 48,017’ N, 9° 47,778 E
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
192. Großsteingrab C, Sieben Steinhäuser, nordöstlich von Westenholz (+++), Sprockhoff-Nr. 808
Die 5 x 2 m große Kammer war
vor ihrer Wiederherstellung stark gestört (Skizze links). Die
südwestlichen Tragsteine waren eingestürzt. Die Kammer
hat auf der einen Seite nur 3 und auf der anderen 4 Tragsteine mit
3 Decksteinen. Das Grab wurde 1937 ausgegraben und rekonstruiert;
die Grabungsunterlagen sollen im Krieg leider zerstört worden
sein.
Ca. 6 m südlich des Grabes liegen noch zwei weitere Findlinge.
 
  Zustand
vor und nach der Restaurierung 1934
Position Google Earth: 52°
48,044’ N, 9° 47,796 E Der Weg zum
Grab mit GoogleMaps
193. Großsteingrab E, Sieben Steinhäuser, nordöstlich von Westenholz (+++), Sprockhoff-Nr. 809
Die Kammer ist 5,6
x 2 m groß. Auch hier haben wir wieder je 4 Träger mit
nur drei Decksteinen. Der Tragstein der südwestlichen Schmalseite
fehlte vor der Rekonstruierung und wurde ersetzt. Der Eingang muss
hier aus zwei Trägerpaaren bestanden haben. Zwei der Decksteine
sind jeweils die Hälfte eines einzigen Findlings, woraus u.U.
gefolgert werden kann, dass die Trichterbecherleute bereits so große
Findlinge spalten konnten. Das Grab wurde 1937 ausgegraben und restauriert,
wobei lediglich ein Becher der Einzelgrabkultur gefunden wurde.
 
Position Google Earth: 52° 48,060’ N, 9° 47,830 E
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
194. Großsteingrab D, Sieben Steinhäuser, nordöstlich von Westenholz (+++), Sprockhoff-Nr. 810
Bei diesem Grab
handelt es sich um ein sog. Hünenbett, bei dem die eigentliche
Grabkammer durch eine 14 x 4 m große, rechteckige Steinsetzung
umgeben ist. Die 4 x 3 m messende, fast quadratische Kammer ist
insofern besonders, weil sie z.T sehr große Tragsteine hat
und von einem riesigen, 4,6 x 4,2 x 0,5 m großen Deckstein
abgeschlossen wird. Die Träger bestehen aus relativ schmalen
Steinplatten, so dass die Kammer insgesamt für Ganggräber
völlig untypisch ist und wohl als eine übergroße Steinkiste
angesehen werden muss. 1934 wurde die Anlage ausgegraben, umgestürzte
Steine wurden wieder aufgerichtet und die Deckplatte des Eingangs
ersetzt. Die Grabungsunterlagen sollen im Krieg zerstört worden
sein.
Im Südwesten der Umfassung konnten keine Standspuren von Steinen
nachgewiesen werden. Es könnte also sein, dass der Bau bereits
in der Jungsteinzeit nicht mehr fertig gestellt worden ist.
Die gesamte Bauform des Grabes deutet nach Meinung von Fachleuten
evtl. auf eine sehr enge Verbindung zu den Großsteingräbern
Westeuropas hin, während die anderen 4 Gräber typisch
für den nordwestdeutschen und niederländischen Grabbau
sind.
 
a = abgebrochene Steinstümpfe
Position Google Earth: 52°
48,045’ N, 9° 47,831 E Der Weg zum
Grab mit GoogleMaps |