Die schönsten Hügelgräber
in der Wildeshauser Geest
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker

Pestruper Gräberfeld

Hügelgräberfeld Einen

Hügelgräber Wohlde

Gräberfeld Hespenbusch

Hügelgräber bei Endel

Hügelgräber Hockensberg

Für die Lagepläne wurden Karten von www.earth.google.com verwendet.


Pestruper Gräberfeld, südöstlich von Wildeshausen, (+++)

Am schnellsten erreicht man das Gräberfeld von Wildeshausen aus, wenn man am Krankenhaus vorbei die K 248 in Richtung Goldenstedt und Twistringen nimmt. Ca. 1 km hinter Wildeshausen liegt rechter Hand das große Heidegebiet des Pestruper Gräberfeldes. An der linken Straßenseite gibt es einen großen Parkplatz im Wald (siehe Lageplan unten).
Wegen des flächendeckenden Heidebesatzes lohnt sich ein Besuch besonders im späten August, wenn die Heide blüht. Allerdings hatte die Verwaltung zeitweise Probleme mit dem Abweiden der sog. Drahtschmiele durch Schafe, denn 2006 stand das vertrocknete Gras so hoch, dass von der blühenden Heide kaum etwas zu sehen war. Grund war die feuchte Witterung im Mai, bei der das Gras sich stark vermehrte, und der Befall der Heide durch den schädlichen Heideblattkäfer im Herbst 2005. 
Seit dem 27.3.07 gibt es wieder eine Heidschnuckenherde (hornlose Moorschnucken) im Gräberfeld, die es im Frühjahr und Herbst beweidet und Drahtschmiele und abgestorbene Heidepflanzen wegfrisst. Nachts bleiben die Schafe im Schafkoben, der leider nicht mehr Schafe fasst. Denn eigentlich sind für ein derart großes Areal mehr Tiere notwendig. Der Erfolg zeigt sich schon im August 2007: Die Heide blühte seitdem wieder prächtig!


Das Gräberfeld im August 2006, als die Heide nur ganz wenig blühte


und die heide in voller Blüte im August 2007

Das Pestruper Gräberfeld bietet auf 39 ha Heidefläche die größte Ansammlung von bronze- bis eisenzeitlichen Grabhügeln in Nordeuropa und ist in dieser Form nirgendwo anders zu finden. Es soll über 530 Grabhügel geben, die in drei Typen eingeteilt werden können:
1.
die meisten Hügel sind relativ klein, ca. 1,5 m hoch und stammen aus der Bronze- und vorrömischen Eisenzeit. Sie wurden zwischen ca. 900 und 200 v. Chr.) errichtet.
2. vornehmlich im Nordbereich gibt es die sog. "Königsgräber", die aber nur deshalb so heißen, weil sie viel größer als Typ 1 sind. Vor etwa 50 Jahren stellten die Archäologen fest, dass diese Hügel vermutlich ursprünglich gar keine Gräber, sondern Verbrennungsstätten für die Toten waren.
Die Urnen mit der Asche wurden dann in den kleineren Erdhügeln beigesetzt.
eines der Königsgräber neben dem Schafkoben
In späteren Jahren machte man es sich zum Teil einfacher. W
eil die großen, bronzezeitlichen Hügel einmal da waren, haben die Menschen der Eisenzeit (ca. 700-0 v. Chr.) nachträglich noch einige Urnen in ihnen vergraben.
3. als dritten Hügeltyp kann man die 14 "Langhügel" oder "Hochäcker" im mittleren bis östlichen im Gräberfeld bewundern. Diese hatten wohl eine unbekannte, rituelle Bedeutung. Als man einen untersuchte, stellte man fest, dass er keine Bestattungen enthielt, sondern ein älteres Hügelgrab überdeckte; und unter diesem fand sich eine noch ältere Bestattung mit eisernen Beigaben. Somit dürften alle drei aus der Eisenzeit stammen.

 

Die meisten Toten im Gräberfeld wurden in Urnen bestattet, es gibt aber auch Hügel, wo alle Reste des Scheiterhaufens mit Erde überdeckt wurden.

Das Gräberfeld ist seit langer Zeit sowohl ein Kultur- als auch Naturdenkmal. 1938 wurde es zum Naturschutzgebiet erklärt (gemeinsam mit dem benachbarten Rosengarten), 1992 wurde zusätzlich ein riesiges Grabungsschutzgebiet rund um Gräberfeld und die benachbarten Kleinenkneter Steine eingerichtet (siehe Karte unten).

Das hält aber böse Menschen nicht von mutwilliger Zerstörung ab. Im September 2006 sind aufwändige und teure Infotafeln am Gräberfeld aufgestellt worden, die leider 3 Wochen später von unbekannten Vandalen mutwillig zerstört wurden. Die Tafeln wurden einige Wochen später erneuert und wurden bereits wenige Tage später wieder zerschlagen - sehr, sehr traurig! Ich frage mich, was sich diese "mutigen" Rabauken dabei denken? Ende Januar 2008 wurden die Tafeln am Schafkoben zum dritten Mal wieder aufgebaut.

Und noch schlimmer: Der 1968 in ehrenamtlicher Arbeit errichtete Schafkoben ist ebenfalls bereits zweimal einer Brandstiftung zum Opfer gefallen: 1976 und am 27.2.2011.

Übrigens wenn man vom Pestruper Gräberfeld der Kreisstraße weiter nach Süden folgt, zweigt nach ca. 2 km nach rechts ein Straße ab, die zu den Großen Steinen von Kleinenkneten (sehr interessante Megalitngräber) führt. Es gibt auch einen halbstündigen Wanderweg, der die Südwestecke des Gräberfeldes mit den Großen Steinen verbindet.

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Hügelgräberfeld Einen, südöstlich von Wildeshausen (++)

Die meisten Hügelgräber in der Wildeshauser Geest sind eher unscheinbar und lohnen kaum einen Besuch. Deshalb habe ich sie auf separate Seiten ausgelagert. 
Das Gräberfeld von Einen ist aber ausgesprochen sehenswert, denn es liegt in einem lichten Hochwald ohne Unterholz, und so sind alle ca. 50 Hügel gut zu erkennen. Die Hügel sind unterschiedlich groß (7 - 20 m Durchmesser), und im südlichen Teil des Gräberfeldes gibt es sog. "Langwälle", die auch beim Pestruper Gräberfeld gefunden wurden. 


Um das Gräberfeld zu besuchen, fährt man entweder von Beckstedt nach Colnrade und weiter in Richtung Goldenstedt. Nachdem die Hunte überquert wurde, biegt man an der Denghauser Kreuzung nach Süden ab. Nachdem man die letzten Häuser von Denghausen hinter sich gelassen hat, folgt man dem ersten Waldweg, der nach rechts in den Wald führt, über eine Wiese hinweg in den zweiten Wald, wo man die vielen Grabhügel nicht übersehen kann. 
Oder man fährt direkt von Wildeshausen die K 248 am Pestruper Gräberfeld vorbei nach Goldenstedt, wobei man von Norden kommend auf die Denghauser Kreuzung stößt. (siehe H 47 im Lageplan oben)

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Hügelgräber Wohlde = Harpstädter Gräberfeld, zwischen Wildeshausen und Harpstedt (-)

Dieses Gräberfeld ist unscheinbar und wenig lohnend, aber es hat für die Forschung einen sehr hohen Stellenwert. Hier wurden bedeutende Funde gemacht („Harpstedter Rauhtopf“). Erste Grabungen fanden bereits 1880 statt, danach 1938 und in den 50er Jahren. Die 1880 gefundenen Scherben führten zur Benennung der „Harpstedter Keramik“ bzw. "Harpstedter Kultur".
Es sind 82 Grabhügel erhalten, die Durchmesser von 5 bis 23 m aufweisen. 4 Hügel sind nicht rund, sondern oval.
Man vermutet, dass es früher über 150 Gräber waren. Die meisten Hügel sind Einzelgräber (Knochenfunde oder Urnen mit Asche). Einige Hügel dienten nur als Scheiterhaufen, in einigen Hügeln wurden mehrere Generationen bestattet. Das Gräberfeld wurde auf die Zeit von 900 - 300 v.Chr. datiert.
Man fährt auf der L 338 von Wildeshausen nach Harpstedt. Bevor die Straße geradeaus in die Randbereiche Harpstedts hineinführt, macht sie eine lang gezogene Linkskurve. Vor dieser Kurve liegt rechts ein langgestreckter Wald, der von einer freien Fläche mit einem Wohngebäude unterbrochen wird. Im Wald hinter dem Gebäude und im letzten Waldabschnitt direkt an der Straße liegen die Hügelgräber. 

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Hügelgräberfeld Hespenbusch, östlich von Großenkneten (++)

Das Hügelgräberfeld Hespenbusch liegt in einer kleinen Heidelandschaft, die seit 1941 unter Naturschutz steht. Da es viel kleiner als das Pestruper Gräberfeld ist, verirren sich nur selten Besucher hierhin. Die 52 bis 54 unterschiedlich großen Hügelgräber sind noch gut zu erkennen. Einige haben einen Durchmesser von 10 m. Man schätzt, dass sie in der jüngeren Bronzezeit (ca. 1200 – 700 v. Chr.) bis zur Eisenzeit (ca. 700 - 0 v. Chr.) entstanden sind.
Man fährt nach Osten auf der K 238 aus Großenkneten hinaus. Etwa am Ortsausgang geht rechts die "Buchenallee" ab, der man ca. 700 m folgt. Dann biegt man links in den Fahrweg "Am Gräberfeld" ein. Die Gräber liegen nach wenigen hundert Metern auf der linken Seite.
  

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Hügelgräber am Schürberg bei Endel, zwischen Ahlhorn und Visbek (+)

Obwohl in der Literatur keine Hinweise zu finden sind, zeichnet sich die Gegend nördlich von Endel durch viele wunderschöne Hügelgräber aus. Wenn man von Ahlhorn auf der L 880 nach Visbek fährt, kommt man durch Endel. Im Ort gibt es eine starke Linkskurve, in der rechts ein Feldweg abgeht, dem man folgt, bis rechts ein Wald beginnt. Nach einigen Metern kann man den Wald relativ leicht betreten und nachdem man ein paar alte Eichen passiert hat, folgt ein phantastisches Gräberfeld, das in keinem Führer verzeichnet ist, aber durchaus als kleine Touristenattraktion gelten könnte, wenn es a) nicht mitten in einem verwilderten Wald läge, und b) besser erreichbar wäre. Ich habe mehr als 10 Hügel gezählt, die meist sehr gut erhalten sind und dicht beieinander liegen.

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Hügelgräber Marienstein, zwischen Ahlhorn und Visbek (-)

Wenn man von Ahlhorn auf der L 880 nach Visbek fährt, kommt knapp 2 km hinter der Autobahnbrücke eine Linkskurve, in der es rechts zum „Haus Marienstein“ abgeht. Dort liegen hinter der kleinen Kapelle mehrere kleine Hügelgräber, die man am besten erreicht, wenn man dem kleinen Kreuzweg zwischen Findlingen mit Bronzetafeln folgt. Folgt man dann einem Trampelpfad, der von der Kapelle südlich am Sportplatz vorbei in den Wald nach Osten führt, so liegen dort mehr als 7 wunderschön erhaltene, große Hügelgräber.
Foto oben: kleines Hügelgrab neben der Kapelle, Fotos unten: schöne Hügel im östlichen Wald


Hügelgräber Hockensberg, östlich von Dötlingen/Asschenstedt (+)

Wenige km nördlich von Wildeshausen geht von der B 213 (nach Delmenhorst) links die K 237 nach Aschenstedt ab. Kurz hinter diesem Abzweig führt die Straße in Hockensberg über den Altonaer Mühlbach, und direkt hinter dem Bach führt ein Privatweg!! nach Norden zu einer Gruppe von 9 Hügelgräbern, die leider auf Privatgelände!! liegen. Die meisten Hügel sind flach und im Unterholz kaum zu erkennen, aber der größte Grabhügel, der Brautberg, hat eine stattliche Höhe. Der Eigentümer erzählte, dass in seiner Jugend das Gebiet noch mit Heide bedeckt und die Hügel gut zu erkennen waren. Es wurden bereits offizielle Grabungen vorgenommen, die Funde befinden sich im Museum in Oldenburg.


 Copyright: B. Rothmann V 2, alle Fotos von 2006 und 2007, Seite zuletzt geändert am 23.11.11