Am
kleinen Fluß Nordradde stand lang Zeit die sog. Deymanns Mühle, in deren Nähe sich nicht nur ein großes Gräberfeld
mit 20 bronzezeitlichen Hügeln befindet, sondern auch vier
Großsteingräber völlig unterschiedlicher Art.
Man erreicht die Großsteingräber, wenn man von Klein-Stavern
auf der sog. Dorfstraße nach Osten nach Klein Berßen
fährt. Die Gräber sind gut ausgeschildert.

114. Großsteingrab Deymanns
Mühle I, Klein
Stavern II, östlich
von Klein-Stavern, (+),
Sprockhoff-Nr. 848
Das
erste, westlichste Grab zeigt die Reste einer Steinkammer, die völlig
a-typisch in Nord-Süd-Richtung errichtet wurde. Nahezu alle
Ganggräber und Hünenbetten in Norddeutschland sind in
Ost-Westrichtung gebaut, mit dem Eingang an der Südseite. Ein
Joch ist noch im Originalzustand erhalten, der Deckstein ist 3,5
x 2,2 x 1,2 m groß. Zur Sprockhoff'schen Bestandsaufnahme
von 1926 haben sich bisher keine Änderungen ergeben.
Position: Garmin: N 52° 46,390’, E 7° 25,797’; Google
Earth: 52° 46’ 23,91” N, 7° 25’ 47,43” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps nach oben
115. Großsteingrab Deymanns
Mühle II, Klein
Stavern III, östlich
von Klein-Stavern, (+), Sprockhoff-Nr. 849
Dieses Grab hat
eine außergewöhnlich kleine Kammer (3 x 2 m) mit nur
2 Decksteinen und dürfte damit wohl das kleinste im Emsland
sein. Es zeigt deutliche Spuren der Zerstörung. Die Decksteine
wurden heruntergerissen, und der westliche der ursprünglich
6 Tragsteine wurde umgestoßen und mit mehreren Reihen von
Bohrlöchern versehen (Foto
ganz unten). In einem Loch befindet
sich noch ein abgebrochener Metallkeil (Fotos unten, u.a. rote Markierung). Hier hat man versucht, den Stein mit Keilen
zu spalten
.   Position: Garmin: N 52° 46,403’, E 7° 25,810’, Google Earth: 52° 46’ 24,19” N, 7° 25’ 48,59” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps |
|
116. Großsteingrab Deymanns
Mühle III, Klein
Stavern IV, östlich
von Klein-Stavern, (+), Sprockhoff-Nr. 850
Auch dieser Grab
wurde bezüglich seiner Steine geplündert. Da die beiden
Abschlußsteine aber noch in-situ stehen, muss die Kammer 7,7
m lang gewesen sein. Es sind noch 9 Trag- und 1 Deckstein erhalten,
ich konnte keine Änderungen zur Sprockhoff'schen Bestandsaufnahme
(1926) erkennen.

Position: Garmin: N 52° 46,408’, E 7° 25,828’, Google Earth: 52° 46’ 24,47” N, 7° 25’ 49,66” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
nach
oben
117. Großsteingrab Deymanns
Mühle IV, Klein
Stavern V, östlich von
Klein-Stavern, (++),
Sprockhoff-Nr. 851
Grab IV ist das
bei weitem größte des Ensembles und dem Typ Hünenbett
zuzuordnen. Derartige Hünenbetten gibt es im Emsland nur in
Sögel (Düvelskuhlen II - Sögel III, 832), Groß Berßen (Deepmoorsteene,
Groß-Berßen X, 862) und
hier in Klein Stavern. Die 33 x 7 m große Steinsetzung, von
der allerdings heute die meisten Steine fehlen, umgibt eine mittig
gelegene, 6 x 3 m große Grabkammer, die gut erhalten ist.
9 der 11 Trag- und 3 der 4 Decksteine sind noch erhalten; ein Bruchstück
des vierten Decksteins liegt daneben und weist 9 Bohrlöcher
auf. Ein weiterer Stein mit zahlreichen Löchern liegt in
der Einfassung etwas südöslich der Kammer, und ein dritter
Stein mit halbierten und vollständigen Löchern am Westende
der Umfassung. Im Westteil des Grabes kann man die ursprüngliche
Erdaufschüttung noch erahnen. Sprockhoff hat in seiner
Skizze in der nördlichen Einfassung zwei Steine verzeichnet,
die ich nicht mehr finden konnte. Dafür liegt am Ostende des
Grabes nun ein zusätzlicher Findling.
 
 
  
Position: Garmin:
N 52° 46,416’, E 7° 25,851’, Google Earth: 52° 46’ 24,98” N, 7° 25’ 51,07” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
nach
oben
118. Großsteingrab Der
steinerne Schlüssel,
südlich, (+), Sprockhoff-Nr. 852
Bei diesem kleinen, gut gepflegten
Grab handelt es sich um eine dreijochige, 5 x 2 m große Kammer,
bei der der mittlere Deckstein fehlt. Die Kammer verjüngt sich
nach Osten auf 1,4 m. Gegenüber der Bestandsaufnahme durch
Sprockhoff fehlt ein Stein, der damals in der Kammer lag. Wie
dieses Grab zu seinem Namen gekommen ist, habe ich bisher noch nicht
feststellen können.
|

|

Man kann das Grab nicht verfehlen, wenn man von Sögel
nach Meppen fährt. Südlich von Apeldorn liegt
es bei Neubauern direkt an der Kreisstraße im
Wald.
Position: Garmin: N 52° 44,097’, E 7° 23,704’,
GoogleEarth: 52° 44’ 05,95” N, 7° 23’ 41,97” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
|
nach
oben
119. Großsteingrab Wahrsteene - Klein-Berßen I, südlich von , (+),
Sprockhoff-Nr. 853
Stark zerstörtes, ehemals 12
x 1,6 m großes Ganggrab, von dem allerdings noch viele Steine
vorhanden sind, so dass sich ein Besuch durchaus lohnt. Sprockhoff
spricht von einem ca. 3,5 m langen Eingang, sowie einer Nische östlich
des Eingangs. Diese Nische kann ich nicht nachvollziehen. Sowie
die Steine heute liegen, scheint das Grab eine Knick in der Mitte
zu haben, für den es keine Erklärung gibt. Die Reste eines
23 x 11 m großen Hügels sind nur noch zu erahnen.
 
Position: Garmin:
N 52° 47,883’, E 7° 27,602’, Google Earth: 52° 47’ 52,99” N, 7° 27’ 36,12” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Um zu den Wahrsteenen zu gelangen,
befährt man am besten die L 54 zwischen Sögel und Klein
Berßen. In etrwa mittig zwischen den Orten geht nach Osten
die K 159 nach Groß Berßen ab. Direkt gegenüber
führt ein Feldweg nach Westen an einem großen Gehöft
vorbei. Diesem folgt man, wobei man an einem Wegweiser zum Hügelgräberfeld
"Mansenberge" vorbeikommt, das nur wenig südöstlich
der Wahrsteene liegt. Das Grab liegt in einem Gehölz, wenn
der Feldweg nach Südwesten abknickt.
nach
oben
120. Großsteingrab Berßener
Stein am Loherfeld
- Klein-Berßen II,
westlich , (+), Sprockhoff-Nr. 854
Bei diesem Grab
nahe dem Moor Wittefehn sind bis auf den östlichen Abschlußstein
nur noch alle Tragsteine vorhanden. Die Decksteine wurden gesprengt
und zum größten Teil weggeschleppt. 1825 muss es noch
Reste einer ovalen Umfassung gegeben haben, die heute verschwunden
ist. Der Eingang zur Kammer ist noch gut zu erkennen.
Das Grab liegt zwischen
Klein Berßen und Haselünne an der kleinen Straße
nach Loherfeld. Diese geht von der Landesstraße nach linksab,
wenn man die Waldungen südlich von Klein Berßen verlassen
hat.
Ein drittes Großsteingrab,
Klein-Berßen III, muss in der Nähe von Grab II gelegen
haben und wurde 1825 noch als verhältnismäßig gut
erhalten beschrieben.
Position: Garmin: N 52° 47,441’, E 7° 26,937’; GoogleEarth: 52° 44’ 23,11” N, 7° 26’ 54,28” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
nach
oben |