gesprengte Großsteingräber
Sprengungen und Sprengversuche
Wo die Deck- und Tragsteine der Großsteingräber
zu groß zum Abtransport waren, versuchte man sie zu sprengen. Wenn man
alte Fotos betrachtet, so muss dies insbesondere in der Zeit zwischen 1900 und
1930 erfolgt sein. Obwohl auf diesen alten Fotos meist Besucher zu sehen sind,
die im feinsten "Sonntagsstaat", d.h. in ihrer besten Kleidung in
den Gräbern stehen und offensichtlich stolz auf auf diese Vorzeitz-Denkmäler
sind, muss in dieser Zeit auch eine regelrechte "Sprengbegeisterung"
geherrscht haben. Ich habe auf dieser Seite Fotos aus den verschiedenen Großsteingräbern
der Wildeshauser Geest zusammengefasst, auf denen Bohrlöcher und gesprengte
Steine zu sehen sind, und ich musste leider feststellen, dass es nur wenige
Gräber ohne Sprengversuche gab. Für Großsteingräber in
anderen Landkreisen gilt natürlich Vergleichbares.
Mehrere Fotos unten zeigen unbeschädigte Bohrlöcher, d.h. in diesen
Fällen wurde die geplante Sprengung glücklicherweise nicht durchgeführt.
Sprenglöcher findet man übrigens nicht nur an Steinen der Großsteingräber,
sondern auch bei denen, die z.B. als Fundamente von Schafställen etc. verwendet
wurden. Da auch große solitäre Findlinge auf der Feldmark gesprengt
wurden, muss nicht jeder Stein mit Borhloch von einem Megalithgrab stammen.
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Fundamentstein eines Schafkobens
in Ahlhorn am Rüspelkämpe
keine
Hinweise auf Sprengversuche habe ich
gefunden bei:
- Steenberg, Sandhatten, 926, es fehlen allerdings mehrere Decksteine, bei denen
Sprengungen nicht auszuschließen waren
- Huntlosen Wittenhöge, 931, allerdings fehlen alle Decksteine, bei denen
Sprengungen nicht auszuschließen waren
- Ahlhorn Bakler Berg, 933, allerdings fehlen alle Decksteine, bei denen Sprengungen
nicht auszuschließen waren
- Visbeker Bräutigam und unmittelbar benachbarte Gräber, 934 - 938
- Visbeker Braut, 952- Egypten, Dötlingen, 943, es fehlen allerdings Decksteine
- Gerichtstätte, Dötlingen, 944, es fehlen allerdings Decksteine
- Glaner Braut, Gräber 2 - 4, 949 - 951, allerdings fehlen viele Decksteine,
die durchaus gesprengt worden sein können
- Holzhauser Kellersteine 954, allerdings fehlen viele Decksteine, die durchaus
gesprengt worden sein können
extreme Plünderungen haben stattgefunden bei:
- Steinkimmen 3, 929, die meisten Steine wurden fortgeschafft
- Huntlosen Wittenhöge, 931, es fehlen alle Decksteine und zahlreiche Tragsteine
- Bakenhus 932, es fehlen Deck- und Tragsteine
- Ahlhorn Bakler Berg, 933, es fehlen alle Decksteine und zahlreiche Tragsteine
- Grab 938 beim Visbeker Bräutigam, es fehlen viele Decksteine
- Schießstand, Dötlingen, 945, beim Bau des Schießstandes wurde
das halbe Grab entfernt
- Grab 951 bei der Glaner Braut, es fehlen Deck- und Tragsteine
- Holzhauser Kellersteine, 955, es fehlen alle Decksteine und zahlreiche Tragsteine
- Heidenopfertisch, 974, das östliche Ende wurde geplündert
- Stüvenmühle, 975, alle Umfassungsteine fehlen