"andere, besondere" Steine in der Wildeshauser Geest
und nördlich davon

Bewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

12 Apostel, Ahlhorn

Sonnenstein Beckstedt

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Übersichtskarten

Sonnenstein Harpstedt

Sonnenstein Horsten

Hexenstein, Neerstedt

Furchenstein, Döhlen

Für die Lagepläne wurden Karten von www.earth.google.com verwendet. 




Wenn man aus Ahlhorn nach Cloppenburg fährt, führt der 2. Waldweg hinter der Autobahnabfahrt zu den Fischteichen (Ausschilderung vorhanden). Vom Parkplatz südlich der Fischteiche folgt man dem rot markierten Fußweg bis zum ersten großen Fahrweg. Dem folgt man nach links bis zur nächsten Wegkreuzung. Direkt nordöstlich liegt eine Lichtung, auf der 10 Apostel zu sehen sind. Der 11. und 12. liegen westlich des Grabens bzw. des Fahrweges.

Position Google Earth: 52° 55'31,75" N,
                                    8° 20'15,63" O
 

die 12 Apostel inmitten des Gebietes "Ahlhorner Fischteiche" (+),
(in meiner Karte die Nr. 26)

Bei der Findlingsgruppe "12 Apostel" deuteten Untersuchung, die in in den 50er Jahren von K. Michaelsen, einem ehemaligen Direktor des Oldenburger Landesmuseums, durchgeführt wurden, darauf hin, dass sie nicht von Gletschern der Eiszeit, sondern zu Urzeiten vom Menschenhand abgelegt wurden. Eine entsprechende Skizze Michaelsens (rechts) zeigt 14 Steine in zwei fast konzentrischen Kreisen. Eine Achse durch die Mittelpunkte beider Kreise und einen weit nördlich, außerhalb der Kreise liegenden Stein deutet ziemlich genau auf den Punkt der Sommersonnenwende. D.h. es könnte sich um sog. Kalendersteine handeln, mit deren Hilfe unsere frühen Vorfahren die Jahreszeiten genau bestimmt haben.
1896 sind in "Die Bau- und Kunstdenkmäler des Herzoftums Oldenburg - Amt Wildeshausen" die "11 Apostel" benannt, und es sollen noch 16 Steine gewesen sein, von denen 12 in einem Oval liegen. Damals kursierte auch der Name "Bauthasteine" für diese Formation.

Auf dem Foto links sind vier Steine zu sehen, die auch heute ziemlich genau in einer Reihe liegen. Das Foto ganz unten gibt einen Eindruck von der Lage von 11 der heute noch sichtbaren Steine.
Ich selbst kann allerdings die Lage in der Skizze von Michaelsen nicht nachvollziehen. In der Karte unten ist die heutige Lage der Steine entsprechend der Google-Satellitenkarte (kleines Bild links und unten) eingezeichnet. Die beiden konzentrischen Kreise nach Michaelsen (darunter) sind nicht mehr zu erkennen. Und auch der bei Michaelsen weit nordöstlich liegende Stein liegt heute näher an den anderen Steinen, als von Michaelsen vermessen. Angeblich sollen die Steine bei Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Sturm 1972 bewegt worden sein.
Schon Michaelsen hatte beklagt, dass 1922 bei der Anlage der Fischteiche ein Weg (grau) und ein Zuleiter (blau) mitten durch die damals schon unter Denkmalschutz stehenden Steine gelegt wurden, und vermutete, dass 2 Steine unterhalb des Weges vergraben wurden.
Denn eigentlich wäre es ja wirklich ganz toll, wenn es im Gebiet der Ahlhorner Fischteiche vor ca. 5000 Jahren wirklich ein vorzeitliches Observatorium gegeben hätte. 
Aber leider wird die Idee von den heutigen Archäologen verworfen.


die 12 Apostel heute

 
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39. Sonnenstein Beckstedt, südöstlich von Wildeshausen (+), (in meiner Karte die Nr. 39)

Der annähernd dreieckige Beckstedter „Sonnenstein“ ist ca. 90 cm hoch und 40 cm tief und besteht aus rotem Granit. Er zeigt elf konzentrische Kreise und eine mittige schalenförmige Einkerbung, deren Bedeutung bis heute unbekannt sind.
Ähnliche Kreismotive finden sich auf Steinen in Irland, Schottland, Skandinavien und Amerika. Sie werden dort als Sonnendarstellungen gedeutet, und deshalb bezeichnet man den Beckstedter und den ähnlichen Harpstedter Stein (s.u.) als „Sonnensteine“. Ein dritter Stein ist aus Horsten, Kreis Wittmund bekannt. Wofür diese Steine benutzt wurden, weiß man nicht.
Der Beckstedter Sonnenstein
wurde 1921 beim Abbruch eines Bauernhauses aus dem 17. Jahrhundert entdeckt und in einem Vorgarten aufgestellt. Da man ihm keine Bedeutung beimaß, ist er seitdem viel herumgekommen. Er wurde 1955 an das Väterkunde Museum in Bremen abgegeben, das später in das Roselius-Museum, Worpswede, umgewandelt wurde. Dessen archäologische Sammlung und Bibliothek wurde vom Archäologischen Landesmuseum Schloß Gottorf übernommen, und so steht der echte Beckstedter Sonnenstein jetzt seit 2004 in Schleswig (Information von Dr. Ingrid Ulbricht, Leiterin des Fundarchivs Schloss Gottorf). D.h. in Beckstedt steht seit 1955 leider nur noch eine sehr gute Kopie des Sonnesteins.
Und obwohl man ihn weggab,
ziert der Stein heute das Siegel der Gemeinde Colnrade.

Man erreicht Beckstedt, indem man von den Reckumer Steinen weiter nach Süden durch Hölingen nach Beckstedt fährt, wo man sich nach links hält. Mitten im Ort steht unter einem großen Baum der unscheinbare, kleine Sonnenstein ("S" im Lageplan).


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42. Sonnenstein Harpstedt, beim Harpstedter Amthaus (+), (in meiner Karte die Nr. 42)

Der Harpstedter Sonnenstein ist 1,10 x 0,8 x 0,3 m groß und besteht wie der Beckstedter Sonnenstein (s.o.) aus rotem Granit. Er hat zwölf eingeritzte konzentrische Kreisen und eine mittige Einkerbung, d.h. ein Ring mehr als der Beckstedter Stein. Ein ähnlicher Stein in Horsten, Kreis Witttmund, zeigt sogar 17 Kreise.
Der Harpstedter Sonnenstein wurde in den späten 1920er Jahren am Harpstedter Galgenberg gefunden, und man hielt ihn für eine mittelalterliche Schützenscheibe. Aber erst als 1955 der Sonnestein in Beckstedt aufgestellt wurde, wurde auch der Harpstedter Stein genauer untersucht und dem bronzezeitlichen Sonnenkult zugeordnet. 

Kritiker bezweifeln das Alter der Sonnensteine. Derart regelmäßige Kreise hätten unsere bronzenzeitlichen Vorfahren niemals anfertigen können.

Der Harpstedter Sonnenstein steht als Original mitten im Ort direkt vor dem historischen Amtshaus (gegenüber dem Restaurant Wasserburg).

 

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190. Sonnenstein Horsten, in Horsten bei Etzel (+)

Bronzezeit ca. 1000 v.Chr. 17 konzentrische Kreise und ein Loch in der Mitte. Dieses Loch fehlt bei den Sonnensteinen von Beckeln und Harpstedt

der Weg zum Sonnenstein mit Google Maps

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Der Hexenstein befindet sich seit dem 13.1.1881 im Besitz des Oldenburger Landesvereins für Altertumskunde und Landesgeschichte, der es für 135 Mark gekauft hatte. Er ist sowohl archäologisches Boden- als auch Naturdenkmal. Der Hexenstein liegt in einem Feld, und ist deshalb während der Wachstumsperiode kaum zu sehen. Man befährt die Straße Westrittrum-Neerstedt und biegt in Ohe nach Norden ab. An der nächsten Kreuzung nach rechts und nach weniger als 1 km geht ein Feldweg nach Norden ab. Kurz vor dem Wald liegt der Hexenstein links im Feld (Nr. 57 im Lageplan unten).
Position: Garmin: N 52° 59,203'; E 8° 22,943'

 

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57. Hexenstein, bei Neerstedt, nördlich von Ohe, (+), (in meiner Übersichtskarte die Nr. 57)

Der Hexenstein ist ein riesiger, erratischer (d.h. einzelner) Findling aus rötlichem Granit. Er ist einer der größten Findlinge in der Wildeshauser Geest und wird auch als „brede Stehen, brede Steen“ (breiter Stein) bezeichnet. Er ist 4,71 x 3,15 m groß und ragt 1,2 m aus dem Boden. mindestens ein weiterer Meter dürfte noch im Boden stecken, so dass als sicher gelten darf, dass der Stein ein Volumen von 15 m³ und ein Gewicht von 39 t hat.
Der Hexenstein ist ein sog. "Schalenstein", denn seine Oberfläche weist drei große und zahlreiche kleinere Vertiefungen (Schälchen oder Näpchen) auf. Deren Zweck ist nach wie vor unbekannt. Als Behältnisse für flüssige Opfergaben wie Blut oder Milch können sie nicht gedient haben, denn sie befinden sich auch auf senkrechten Flächen. Und da die meisten ohne jede besondere Anordnung angebracht wurden, ist es nahezu unmöglich, ihnen eine astronomische Bedeutung beizumessen. Man kann eine quadratische Anordnung von 4 Näpfchen und ein gleichseitiges Dreieck erkennen. Der Name Hexenstein soll daher rühren, dass diese drei größten Vertiefungen als Standpunkte für ein Hexenspinnrad gedient haben sollen.
Andere Überlieferungen sprechen von Zwergen (Menneken), die unter dem Stein hausten, und aus den Schälchen gegessen haben.
                            
Man ist lange davon ausgegangen, dass der Hexenstein 11 von Menschenhand erzeugte Näpfchen aufweist. Eine Untersuchung 1991 hat aber gezeigt, dass es 3 große und mindestens 17 kleine Näpfchen sind.

Man nimmt an, dass die Schälchen aus der Jungstein- oder Bronzezeit stammen, wobei auch zeitlichen Datierungen rein spekulativ sind.

Ähnliche Schälchen hat auch der Deckstein der Bargloyer Steinkiste. Dort gibt es auch eine "tolle" Erklärung für die Schälchen.

Im April 2008 wurden neue Hinweistafeln aufgestellt, u.a. ein kleines, blaues, offizielles Schild, auf dem das "Großsteingrab" Hexenstein als archäologisches Denkmal ausgewiesen wird. Der Hexenstein ist aber niemals Bestandteil eines Großsteingrabes gewesen, sondern war immer ein sog. erratischer Findling.

Im April/Mai 2008 wurde der Stein für eine Laservermessung sorgfältig gereinigt.

 

Hexenbett, bei Neerstedt, nördlich von Ohe, (-)
Nur wenig nordwestlich vom Hexenstein liegt dicht am Waldrand das sog. Hexenbett, ein etwas kleinerer Findling, in dessen natürlicher Oberflächenvertiefung die Hexen geschlafen haben sollen. (x in der Karte oben).
Der Stein wurde 2010 genau untersucht, ob er ebenfalls Schälchen aufweist. Dies ist aber nicht der Fall. Er ist kein archäologisches Boden-, sondern nur ein Naturdenkmal.

 

 

 


60. Furchenstein, in Döhlen, (-), (in meiner Übersichtskarte die Nr. 60)
Mitten in Döhlen bei Großenkneten liegt ein kleiner unscheinbarer Findling, der ein umlaufende, deutliche Furche aufweist. Sinn, Zweck und Herkunft dieser Furche ist unbekannt. Ihre Entstehung wird aber auf die Steinzeit, d.h. vor ca. 3000 - 4000 Jahren datiert.

Position: N 52° '; E 8° ' (wird nachgereicht)

 

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Copyright: B. Rothmann V 1, alle Fotos von 2006 bis  2008, Seite zuletzt geändert am  28.1.11