|
51. Großsteingrab "Hatten 1"
in Sandhatten (-), Sprockhoff-Nr. 925 (in
meiner Übersichtskarte die Nr. 51)
Dieses noch ca. 8 x 2 m große
Großsteingrab liegt in einem eingezäunten, privaten Wiesengrundstück
und kann, wenn überhaupt, nur im Winter besucht werden. Von
der Straße aus kann man lediglich einige Findlinge in einem
Gebüsch ausmachen. Das Grab, von dem nur noch schäbige
Reste erhalten sind, lohnt auch eigentlich keinen Besuch; es sind
nur noch 6 Steine erhalten. Das Grab soll ursprünglich
12 m lang gewesen sein. In den 1930er Jahren wurden hier Grabungen
vorgenommen, bei denen ca. 5 Zentner Scherben freigelegt wurden,
die 250 verschiedenen Gefäßformen zugeordnet werden konnten.
Außerdem viele Feuerstein-Pfeilspitzen, Flintäxte und
Bernsteinperlen. Die zahlreichen Funde wanderten ins Museum
nach Oldenburg. Interessant ist auch, dass in dem Grab später
noch eine bronzezeitliche Brandbestattung erfolgt ist.
In den 50er Jahren
des vorigen Jahrhunderts hatte der Besitzer im Grab eine Kartoffelkuhle
angelegt. Dabei kamen nochmals viele Scherben zum Vorschein, die
u.a. von Kindern gesammelt und verkauft wurden.
D.h. dieses Grab muss einmal sehr bedeutend gewesen sein, bevor
es zerstört wurde.
Position: Garmin: N 52° 00,623’, E 08° 19,476’
Google Earth: 52° 00'21,03" N, 8° 18'59,31" O
Der Weg zum Grab mit Google-Maps
nach oben
|
 

|
|
|

Die Anfahrt zum Steenberg
ist dem Lageplan oben zu entnehmen. Man verläßt Sandhatten
in Richtung "Ostrittrum" und folgt den Ausschilderungen
zum Steingrab. Position: Garmin: N 52° 59,922’, E 08° 19,914’
Google
Earth: 52° 59'55,38" N, 8° 19'54,55" O
Der Weg zum Grab mit Google-Maps
nach oben |
52. Großsteingrab Hatten 2 = "Steenberg", südöstlich von Sandhatten (++),
Sprockhoff-Nr. 926 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 52)
Dieses zweite Sandhatter Großsteingrab
kann besucht werden und hier lohnt sich der Besuch, denn das Ganggrab
ist relativ gut erhalten und liegt unter malerischen Eichen. Die
sechs großen Decksteine waren wohl der Anlass, warum die Hattener
das Grab "Steinberg" (Steenberg, Stehenberg) nannten.
Die Kammer ist 16,5 x 2,5 m groß, 20 Tragsteine, d.h. alle
bis auf 2, sind noch vorhanden. Außerdem gibt es noch Anzeichen,
dass das Grab von einer ovalen Einfassung umgeben war. Beim „Steenberg“ haben
bisher keine Grabungen stattgefunden, und die Lage der Steine ist
offensichtlich seit 1929, als Sprockhoff das Grab aufzeichnete, unverändert.
Im großen östlichen Deckstein befindet sich ein Bohrloch für eine geplante Sprengung.
Die große Eiche am Anfang des Grabes hat es bereits voll in
Besitz genommen. (Foto unten links)
Aprospos Besitz: Ende September 2008 meldete die lokale Presse den
Verkauf des Großsteingrabes Steenberg durch das Forstamt Neuenburg an die
Gemeinde Hatten. Der Bürgerverein Sandhatten hat am 20.9.08 die Pflege des
Großsteingrabes übernommen und kurz danach mit Pflegearbeiten an der Grabanlage
begonnen. Die gesamte Kammer wurde oberflächlich aufgeräumt, Wildwuchs
wurde entfernt und das Ganze sieht jetzt sehr gepflegt aus (die Fotos geben noch den früheren Zustand wieder).


|
|
Steinkimmen, dessen Ortsname so etwas ja schon erahnen lässt,
bietet nah beieinander gleich drei Großsteingräber. Die
beiden gut erhaltenen sind leicht zu erreichen, das dritte wurde
zerstört und ist schwerer zu besuchen. Der Sage nach sind
die Gräber das Überbleibsel von "ballspielenden"
Riesen, die sich wohl gegenseitig die Steine zugeworfen haben.
Um die Steinkimmer Gräber zu besuchen, fährt man von Kirchhatten
aus die L 888 in Richtung Dingstede. Bei Steinkimmen geht von L
888 rechts die Straße nach Bergedorf ab; an dieser Kreuzung
sind die Hünensteine bereits ausgeschildert. An der Bergedorfer
Straße liegt nach ca. 50 m rechts ein langgestreckter Parkplatz,
an dessen Nordseite das Hünengrab 2 liegt.
|
54. "Hünensteine 2" in Steinkimmen (++),
Sprockhoff-Nr. 928 (in meiner
Übersichtskarte die Nr. 54)

Ich beginne mit den
Hünensteinen 2, weil dieses Grab normalerweise immer zuerst
besucht wird. Es liegt direkt an einem Parkplatz an der Straße
nach Bergedorf. Obwohl nur noch ein Deckstein in Originallage
erhalten ist, macht die 23 x 2 m große
Steinkammer trotzdem einen imposanten Eindruck. Ich habe ca. 58
Steine gezählt, 6 davon dürften Decksteine gewesen sein.
Einige Findlinge sind vermutlich Bruchstücke der zerstörten
anderen Decksteine. Der ziemlich in der Mitte leigende Findling
ist der sog. Tordeckstein, der auch den Eingang z.T. überdeckt
hat. Man geht davon aus, dass die Kammer einmal 12 Decksteine gehabt
hat. Beide Abschlusssteine markierne noch die Enden der Kammer.
Der ehemals 3 m lange Zugang zur Kammer ist in der Mitte der Südseite
ist klar zu erkennen (Foto
rechts unten). 14 Steine sind der
ovalen Einfassung zuzuordnen. Die hellgrünen Kreisflächen
in der Skizze rechts sind Bäume, die im Grab gewachsen sind.
Die grün markierten Steine sind in Sprockhoffs Skizze von 1930
nicht vorhanden, der hellgraue, durchgekreuzte Stein war 1930 vorhanden
und fehlt heute.
1933 hatte man geplant,
das Großsteingrab auszugraben und zu rekonstruieren. Im Endeffekt
war dann aber den Großen Steinen von Kleinenkneten der Vorzug gegeben
worden, und man hat zwischen 1934 und 39 dort zwei Gräber ausgegraben
und das größere rekonstruiert.
nach
oben
|
 

Position: Garmin: N 53° 02,687’, E 08° 27,228’ Google
Earth: 53° 02'49,04" N, 8° 27'13,66" O
Der Weg zum Grab mit Google-Maps
|
|
53. "Hünensteine 1" in Steinkimmen, (++),
Sprockhoff-Nr. 927 (in meiner
Übersichtskarte die Nr. 53)
  
|
Man verlässt den
Parkplatz der Hünensteine 2 nach Süden, und biegt gleich
nach links in den Fahrweg ein. Nach ca. 100m liegt an der nächsten
Wegkreuzung das Großsteingrab "Hünensteine 1".
Dieses Grab sieht im ersten Eindruck ziemlich unordentlich aus,
aber man kann die Form der 18 m langen Grabkammer noch gut erkennen.
Einer der beiden erhaltenen Decksteine (Foto links)
ist sehr groß und liegt am Ostende etwas vor der Grabanlage
entfernt.
Als 1969 eine Infotafel aufgestellt wurde, fand man dabei Scherben,
Pfeilspitzen aus Feuerstein und ein kleines Kupferröllchen.
Daraus konnte man das Grab auf den zeitraum von 3300 bis 3000 v.Chr.
datieren. Ich habe 27 Steine gezählt, von denen 2 Decksteine
gewesen sein dürften. Der größte misst 3 x 2,5 x 1,5 m. Gegenüber der Bestandsaufnahme
von Sprockhoff 1930 konnte ich 4 Steine mehr entdecken, sie sind
unten dunkelgrün markiert. (Die hellgrünen Kreisflächen
sind Bäume im Grabesbereich). Interessant bei diesem Grab
ist, dass man hier beim Zerkleinern abzutransportierender Steine
keine Sprengbohrungen vorgenommen hat. Statt dessen sind an drei
Steinen deutliche Keilabdrücke zu erkennen, die man in die
ursprünglich größeren Findlinge hineingetrieben
hat. An einem Stein im Südosten sind sechs derartige Markierungen
an den Bruchkanten zu sehen.

Position: Garmin: N 53° 02,816', E 08° 27,228’
Google
Earth: 53° 02'41,89" N, 8° 27'02,84" O
Der Weg zum Grab mit Google-Maps
nach
oben
|
|
|
55. "Hünensteine 3" in Steinkimmen,
(-), Sprockhoff-Nr. 929 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 55)
Die Hünensteine 3 wurden 1786
oder 1787 zerstört. Im Februar 2007 konnte ich nur noch16 Steine zählen,
7 im äußeren und 9 im inneren Bereich des Grabes. Davon
waren zwei bis drei vermutlich Decksteine, deren größter
mit Sicherheit zu groß für einen Transport war. Nach
offiziellen Angaben sollen noch 17 Steine vorhanden sein. 52 Steine dieses Grabes
sollen für das Fundament des Mausoleums auf dem Oldenburger
Gertrudenfriedhof verwendet worden sein, wobei kein Stein weniger
als 400 kg gewogen haben soll. D.h. das Großsteingrab muss
sehr eindrucksvoll gewesen sein. In der Literatur wird mal vom
Grabmal der Herzogin Elisabeth (Sprockhoff) und mal vom Grabmal
der Herzogin Friederike von Holstein-Gottorp (E. v. Bengen) gesprochen.
Ich habe diesen Friedhof besucht. Dort gibt es großes, mehrstöckiges
Mausoleum der oldenburgischen Herzogsfamilie, in dem auch Elisabeth
und Friederike beerdigt sind. Der Bau wurde vollständig aus
Ziegeln errichtet und die Tür ist verschlossen. Wenn die Steine
dieses Großsteingrabes dort verwendet wurden, müssen
sie sich im Fundament des Mausoleums befinden.
1895 sollen noch 17 Steine verblieben gewesen sein. Sprockhoff hatte das Grab 1930 untersucht.
In seiner Skizze sind noch zwei Steine mehr als heute zu erkennen
(hellgrau und durchgekreuzt). Dafür liegt heute am Westrand
ein zusätzlicher Stein, vermutlich wurde er aus der Mitte verlagert.
Die hellgrünen Kreisflächen sind Bäume, die im Grab
gewachsen sind. 1969 wurden Grabungen
an den "Hünensteinen 3" vorgenommen.
Man erreicht die Steine,
indem man unmittelbar südlich der Kreuzung L288/Bergedorfer
Str. den Feldweg nach rechts und dann wieder nach Süden wählt.
Diesem Weg folgt man bis zum Ende, wo links in dem kleinen Wäldchen
die Reste des Grabes liegen
Position: Garmin: N 53° 02,457’, E 08° 27,060’
Google
Earth: 53° 02'27,33" N, 8° 27'03,71" O
Der Weg zum Grab mit Google-Maps
|

 |
|
|
Großsteingrab am Barenkamp
Ein viertes Steinkimmer Megalithgrab lag westlich von Steinkimmen und nördlich des Weges zum Haus "An der Bäke". Auch von diesem Grab berichten die Quellen, dass es 1787 zersprengt und zum Bau des Grabmales der Herzogin Elisabeth verwendet worden sein soll. Auch hier sollen 1819 noch 23 und 1895 noch 17 Steine vorhanden gewesen sein.
Es stellt sich die Frage, ob hier den Chronisten nicht Verwechselungen unterlaufen sind. Anderseits ist es aber auch möglich, das für den Bau des Mausoleums auf dem Oldenburger Gertrudenfriedhof zwei Großsteingräber geplündert wurden.
Der Hobbyarchäologe General Wardenburg hat 1813 in einer Skizze eine große Zahl geordneter Steine bei Steinkimmen eingezeichnet.
|
|
Auch bei Dingstede soll es früher Großsteingräber gegeben haben. Schließlich ziert ja auch ein Grab das Ortswappen.
7 Megalithanlagen sollen auf relativ engem Raum gestanden haben. Von 1780 wird berichtet, dass ein Bauer 16 Steine auf seinem Acker vergraben hat. Winkelmann, der Chronist des Oldenburger Herzogs, schreibt 1826 von 4 Hügeln, die aus Steinen in ovaler Gestalt gebaut seien und die wiederum von Steinen umgeben waren. Das hört sich nach Ganggrab mit Umfassung an.
Es ist heute nicht mehr ganz klar, ob dabei auch die Steinkimmer Großsteingräber gemeint waren, oder ob es sich um andere Gräber direkt bei Dingstede handelt.
Zwei Großsteingräber sollen auch auf dem Hasenkamp gestanden haben.
nach oben
|