10. Großsteingräber bei Kleinenkneten und Reckum

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

32.-34. Große Steine von Kleinenkneten
             (957, 958, 947)

39. zerstörte Großsteingräber in
     Kleinenkneten
(Steinkamp, Brengelmann)

zur Übersichtskarte

37.+38. Reckumer Steine 1-2 (811-812)

 


(die 900er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


Die Großen Steine von Kleinenkneten

Die Großen Steine von Kleinenkneten sollte jeder, der sich für Großsteingräber interessiert, einmal besucht haben!
Man sucht sie allerdings in der Gegend von Großenkneten, wo Braut und Bräutigam liegen, vergebens, denn beide Orte liegen trotz ähnlichem Namen sehr weit auseinander. Um zu den Großen Steinen zu gelangen, fährt man von Wildeshausen auf der L 882 nach Süden in Richtung Goldenstedt. Zuerst kommt links eine Abzweigung zum Pestruper Gräberfeld (s.u.) und nach weiteren anderthalb Kilometern geht es zweimal links ab zu den Kleinenkneter Steinen. Die sind in einem kleinen Wäldchen versteckt und über einen Weg von der Straße aus zu erreichen. Einen echten Parkplatz gibt es leider nicht, was bei den überaus lohnenden Gräbern schade ist. Das gesamte Wäldchen mit den Grabanlagen wurde 1951 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Ende 2013 wurde die Zuwegung zu den Gräbern erneuert und es wurden neue Bänke und eine Tisch-Bank-Kombination aufgestellt.

Fotos von 1984 findet man auf der Seite mit historischen Fotos.

Informationen zur Grabungskampagne 1934 - 1939, als das größere Grab restauriert und das kleinere ausgegraben wurde.
Berechnung der Arbeitsleistung, die zum Bau des größeren Grabes notwendig war.

Es ist übrigens typisch für die Wildeshauser Geest, dass man nicht Wildeshausener oder Kleinenknetener Steine sagt, sondern die Worte um das "en" abkürzt.

Für Geocacher: In der Näher der Kleinenkneter Steine gibt es den Geocache GC220JF (www.geocaching.dom)


32. Große Steine von Kleinenkneten, Hünenbett 2, zwischen Wildeshausen und Kleinenkneten (+++), Sprockhoff-Nr. 958, (in meiner Übersichtskarte die Nr. 32

)




oben: 3 x Hünenbett 2 von Westen 

Man erreicht zuerst das Hünenbett Nr. 2, ein absolutes Juwel. Als einziges bekanntes Megalithgrab in Niedersachsen weist diese Steinsetzung drei Grabkammern auf. Da die mittlere etwas kleiner als die beiden äußeren ist, vermutet man, dass zuerst die beiden äußeren Grabkammern als separate Gräber errichtet wurden, und erst später durch das mittlere Grab eine Verbindung geschaffen wurde. Die Umfassung des Ganzen ist 34 x 8 m groß, und die verwendeten Decksteine sind wirklich mächtig. Es sind noch erstaunlich viele Steine, u.a. fast alle Umfassungssteine, erhalten. 

Die südwestliche Kammer 3 ist eine einfache, 8 x 1,8 m große Grabkammer mit 10 Tragsteinen, 4 Decksteinen, von denen einer in zwei Teile zerbrochen ist und nur schwach angedeutetem Eingang, der anders als bei den anderen beiden Kammern nach Norden gezeigt hat.
Als besonderer Fund wurde in der südwestlichen Kammer ein außergewöhnliches Gefäß der Trichterbecherkultur mit sechs tüllenförmigen Öffnungen gefunden, das zuerst als sog. "Lampe" (Öffnungen für Dochte), und später u.a. als "Zwirngefäß", d.h. als Spinnhilfe mit Öffnungen für Fäden definiert wurde.
Die nordöstliche Kammer 1 ist ein Ganggrab mit 12 Trag- und 2 Decksteinen und schönem Eingang nach Südosten.
Die in der Mitte befindliche Kammer 2 ist ebenfalls ein Ganggrab mit 12 Trag- und 6 Decksteinen. Diese Kammer ist leicht trapezförmig und 5 x 1,5 m groß. Der Eingang zeigt ebenfalls nach Süden.

In den 1934 bis 1939 fanden hier systematische Ausgrabungen statt, bei denen viele Grabbeilagen gefunden wurden, die jetzt im Museum "Natur und Mensch" in Oldenburg ausgestellt sind. Dort steht auch ein Teil des Hünenbettes 2 als lebensgroßes Modell.

Im Atlas der Megalithgräber von Sprockhoff hat sich leider ein Fehler eingeschlichen, der von vielen anderen Autoren übernommen wurde. In der Skizze dort (siehe kleine Skizze unten) wird die mittlere Kammer nur mit Trag- und ohne Decksteine dargestellt. Bei der Grabung 1934 - 39 wurde in der Mitte des Hünenbettes eine die bis dato noch unbekannte dritte Grabkammer mit sechs Decksteinen gefunden.
Der Vergleich von Sprockhoffs/Schwiegers Skizze (kleine Skizze unten) mit dem heutigen Zustand (große Skizze unten) macht außerdem deutlich, dass bei der Restaurierung alle Umfassungssteine neu ausgerichtet wurden. Außerdem wurde wohl bei der Restauration der Eingang des westlichen Grabes entdeckt, und es fehlt ein Deckstein des östlichen Grabes. (neue Steine sind unten grün, fehlende rot markiert.

Mittels Radiocarbonmethode von Holzkohleresten aus diesem Grab konnte das Alter auf  2910 +- 80 Jahre v. Chr. festgelegt werden. (Brockmann, Schillmöller, Visbeker Braut... 1999; M. Fansa, Old. JB. 81, 1981))

Im Jahr 2000 wurde das Hünenbett 2 mit neuester Lasertechnik vermessen. Dabei ergaben sich einige geringfügige Unterschiede zu der Skizze in Sprockhoffs Megalithatlas.  (C. Leßel, Arch. Mitt. NWdeutschl. 24, 2001)

Informationen zur Grabungskampagne 1934 - 1939


verschiedene Ansichten des Hünenbettes 2 mit der östlichen Kammer, bei denen die hervorragend erhaltenen Einfassungssteine zu sehen sind.

Position: Garmin:
N 52° 51,769', E 8° 26,245'
Google Earth:
52° 51'46,03" N, 8° 26'14,05" O

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.


 

Obwohl das Großsteingrab heute gut erhalten aussieht, fanden leider auch in diesem Grab Sprengungen statt, bzw. sie wurden vorbereitet. Zahlreiche Decksteine der Kammern wiesen Bohrlöcher auf. Die Löcher sind in der Prinzipskizze des Grabes (oben) durch rote Punkte und Nummern markiert.
Am markantesten sind die Schäden im zweiten
Deckstein von Westen (Nr. 1 in Skizze oben). Dieser ist offensichtlich noch vor 1929 in vier Teile zersprengt worden, die beiden kleineren wurden entnommen. Die Prinzipskizze unten zeigt, wie systematisch die Bohrungen dabei vorgenommen wurden. Offensichtlich wurde das Zerstörungswerk aber nicht zuende gebracht.
 

 
Bohrlöcher im zweiten Deckstein von Westen.

Auch an dem am Ostende des westlichen Grabes befindlichen Deckstein (Nr. 2 in Skizze oben) wurden drei Sprengungen vorgenommen. Der Stein hat das aber überlebt; es sind lediglich einige Ecken herausgebrochen (rote Markierungen auf dem Foto links).

Das Foto unten links zeigt zwei benachbarte Löcher
am mittleren Stein des Ostendes der Grabanlage (Nr. 4), das Foto rechts ein Bohrloch im Stein an der nordöstlichen Ecke (Nr. 3).

   


Eingang in die mittlere Kammer


Eingang in die östliche Kammer


die gut erhaltenen Einfassungssteine am Westende des Grabes mit der westlichen Kammer.


die westlichsten Umfassungssteine erinnern mich an die Wirbelfortsätze von Dinosauriern


links: Blick von Osten über die gesamte Grabanlage

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33. Große Steine von Kleinenkneten, Hünenbett 1, (+++), Sprockhoff-Nr. 957, (in meiner Übersichtskarte die Nr. 33)

Am oben beschriebenen Grab vorbei geht es zum Hünenbett 1, das jeder Steinzeitfan gesehen haben muss. Denn hier hat man 1936/37 nach den Ausgrabungsarbeiten ein riesiges Hünenbett so wieder hergerichtet, wie es vor ca. 5000 Jahren einmal ausgesehen haben mag. Wobei es in Wirklichkeit wohl völlig in einem Erdhügel verborgen war. Ca. 90 Findlinge mit einem Gesamtgewicht von ca. 340 Tonnen Steine und 700 bis 1200 m³ Erde (insgesamt über 100 Eisenbahnwaggons) wurden verbaut. Moderne Computersimulationen haben ergeben, dass diese Aufgabe mit 100 Mann bei zehn Arbeitsstunden pro Tag in 3,5 Monaten erledigt werden konnte. Dabei müssen ca. 2/3 der Zeit für den Transport, und 1/3 für den Aufbau veranschlagt werden.
Details zur Berechnung der Arbeitsleistung
Informationen zur Grabungskampagne 1934 - 1939

Hünenbett 1 ist mit 49 x 7 m das drittgrößte in der Wildeshauser Geest. Auch hier waren fast alle Steine noch erhalten und man hat bei der Restaurierung alle Tragsteine wieder in Reih und Glied aufgestellt und die Zwischenräume mit kleinen Bruchsteinen und Erde aufgefüllt (siehe Foto links). Die 6 x 2 m große, eigentliche Grabkammer ist fast genau mittig in der Steinsetzung angebracht und bestand vor der Rekonstruktion aus 8 Trag- und nur noch einem Deckstein.
Die anderen Decksteine waren schon früh fortgeschafft worden. Beim Zugang stehen rechts und links zwei Tragsteine. Der Kammerboden war mit handlichen Findlingen gepflastert. Bei der Rekonstruktion 1937 hat man die fehlenden Decksteine der Kammer und des Eingangs durch Kunststeine ersetzt.

7 Steine der Einfassung waren in jüngerer Zeit entfernt worden.

1
2
34
5
6

Die beiden Fotos 1 und 2 links zeigen den Eingang zur Grabkammer (nichts für dicke Leute!) mit dem vorstehenden Verschlussstein, der früher nach jeder Bestattung vor den Eingang gedreht wurde.

Foto 3: Damit von hinten Licht und Luft in die Grabkammer gelangen können, ließ man bei der Rekonstruktion des Grabes an dessen Rückseite eine Aussparung in den Einfasssteinen und der Erdaufschüttung frei.

Foto 4: Oben auf dem zerbrochenen Deckstein sind über dem "Fenster" noch mehrere Bohrlöcher von einer Sprengung zu sehen. Der Stein war ursprünglich also deutlich größer.
Diese Sprenglöcher müssen sehr alt sein, denn es gibt dazu schon eine Sage: Riesen in Kleinenkneten und Reckum hätten sich immer gegenseitig Steine zugeworfen. Die Löcher seien Fingerabdrücke eines Riesen. Haben wir hier den Vorgänger der Bowling-Kugel?

Foto 5: In der Krabkammer, Blick zum "Fenster". Der gewaltige Stein der Kammerdecke ist echt!

Foto 6: Blick vom "Fenster" zum Südende der Kammer. Die beiden hellen Decksteine wurden bei der Rekonstruktion eingebaut und sind keine Originalsteine.

Die Skizzen oben zeigen die Lage der Steine des Großsteingrabes vor (klein, Sprockhoff, 1929) und nach (groß, Rothmann, 2007) der Rekonstruktion. Die Steine wurden in Reih und Glied ausgerichtet, Fehlstellen durch kleinere Feldsteine und Erde aufgefüllt (grün). Die fehlenden Decksteine der Kammer und des Einganges wurden ersetzt (grün).
Unterschiede in der Größe der dagestellten Steine bei Sprockhoff und mir könnten u.U. daran liegen, dass einige Steine 1929 noch tief im Boden verborgen waren.

Position: Garmin: N 52° 51,798', E 8° 26,178'
         Google Earth: 52° 51'47,55" N, 8° 26'10,57" O'
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

 

Informationen zur Grabungskampagne 1934/39

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34. Kleinenkneter Steine, Grab 3, (+), Sprockhoff-Nr. 947, (in meiner Übersichtskarte die Nr. 34)

Dieses unscheinbare Grab ist leider an dieser Stelle ein Fremdkörper, denn es lag ursprünglich tausende Jahre im Südwesen von Dötlingen am Wellohsberg (ich habe die Stelle in meiner Übersichtskarte Nr. 3 mit 34a markiert).
1938 gab es Bestrebungen, das Grab unter Schutz zu stellen, weil Gerüchte aufkamen, dass die Luftwaffe den in der Nähe liegenden Segelflughafen übernehmen und erweitern wollte. Als dort dann tatsächlich eine neue Flugbahn gebaut werden sollte (Flugplatz "Joel", benannt nach dem damaligen Innenminister), hat man das Grab 1940 kurzerhand nach Kleinenkneten versetzt. Das Grab war schon vor der Umsetzung ohne Decksteine gewesen. Die Kammer ist 6 x 1 m groß und besteht aus 10 Tragsteinen. Beim Versetzen des Grabes fanden sich ca. 40 Gefäßscherben.
(M. Fansa, Göttinger Schriften 20, 1982)
Position: Garmin: N 52° 51,804', E 8° 26,247' - Google Earth: 52° 51'48,06" N, 8° 26'14,25" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
 
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In der Nähe des Grabes 3 (ehemals Wellohsberg) geht übrigens ein Wanderweg ab, der zum Pestruper Gräberfeld führt, das ein unbedingtes "Muss" für jeden archäologisch interessierten Menschen ist. Man kann auch bequem mit dem Auto hinfahren, wenn man sich vom "Parkplatz" aus nach links hält, bis man zur Kreisstraße 248 (Goldenstedt/Wildeshausen) kommt und dort wieder links ab in Richtung Wildeshausen fährt. Gräberfeld und zugehöriger Parkplatz sind nach ca. 2 km ausgeschildert.

Für Geocacher: In der Nähe des Pestruper Gräberfeldes gibt es die Geocaches GC3RB7X, GC3T4RH und GCJEMC (www.geocaching.dom)


zerstörte Großsteingräber Kleinenkneten (-)
Ein paar hundert Meter südwestlich der Großen Steine war in alten Karten
"auf Brengelmanns Eschkämpe" ein weiteres Großsteingrab verzeichnet, das inzwischen restlos verschwunden ist. 1986 wird berichtet, dass es von den Goldenstedtern 1847 für den Bau ihrer protestantischen Kirche abgebaut worden sei. Diese hätten auch die Großen Steine von Kleinenkneten kaufen wollen, was aber von den "Gemeinheitsinteressenten" zurückgewiesen worden sei.

39. "Im kurzen Steinkamp" bei der ehemaligen Schule von Kleinenkneten lag ein weiteres Großsteingrab. Westlich des Schulgebäudes steigt der Wald leicht an. Nahe dem westlichen Waldrand, etwa an der höchsten Stelle sind die Reste eines Langhügels auszumachen, der die Lages des ehemaligen Großsteingrabes markiert. Es sind keine Steine mehr vorhanden. Sie wurden vermutlich für den Bau der protestantischen Kirche in Goldenstedt verwendet.
Koordinaten: Garmin: N 52° 50,825', E 8° 25,679'
                   GoogleEarth: 52° 50' 49,44" N, 8° 25' 40,97" O.

Die ungefähre Lage der zerstörten Gräber bei GoogleMaps.



am östlichen Ortsrand von
Düngstrup (südwestl. v. Wildeshausen) steht dieses falsche "Kleinsteingrab".


Die „Reckumer Steine 

sind zwei nahe beieinander liegende Großsteingräber, die beide noch relativ gut erhalten sind. Das kleinere wurde in einer Quelle als "Opferaltar" bezeichnet. Sie wurden bisher noch nicht archäologisch untersucht.

Es gibt gleich zwei lokale Sagen über die Entstehung der Gräber:

Demnach wohnten in der Gegend zwei befreundete Riesen. Dem einen waren die Stiefel voll Kies und Wasser gelaufen, als er die Hunte durchwatete. Er leerte seine Stiefel auf der Reckumer Heide aus, und beide bauten aus den größten Steinen zwei Kammern, die Reckumer Steine. Irgendwie muss dem Volksmund da etwas mit den Größenverhältnissen durcheinander gekommen sein.

Gemäß der zweiten hatten zwei örtliche Schäfer im Streit einige Nettigkeiten ausgetauscht. Der eine schrie, dass er sich wünsche, dass der andere endlich als grauer Stein an Ort und Stelle sitzen bliebe, und der andere wünschte sich, dass der erste ihm dabei auf ewig Gesellschaft leisten solle. Beider Wunsch wurde erfüllt, und mitsamt ihrer Schafe wurden sie zu Stein. Angeblich wird der Zauber alle hundert Jahre zur Heideblüte bei Vollmond für eine Nacht unwirksam. Ich weiß aber nicht, wann die derzeitigen hundert Jahre rum sind.

Man erreicht beide Gräber, indem man Wildeshausen in Richtung Harpstedt verlässt. Kurz vor dem Ortsende biegt man nach links in den Twistringer Weg ein (Ausschilderung zum Katenbäker Berg). Durch das Wohngebiet hindurch nach Süden erreicht man nach einigen Kilometern die Bauernschaft Rüdebusch. Kurz hinter Rüdebusch liegt links das u.g. Gebüsch mit Grab 1 und rechts der Hochwald mit Grab 2. Vor Grab 2 steht am Straßenrand eine Infotafel.

Ursprünglich waren es mehrere Großsteingräber, die am östlichen Hunteufer lagen, davon vier in der Reckumer Gegend. Heute sind nur noch die beiden Reckumer Steine erhalten. Ein drittes Grab soll 1882 noch ca. 1km nordwestlich vorhanden gewesen sein, das vierte Grab soll ursprünglich 6 - 7 Decksteine besessen haben.

Ganz in der Nähe liegen einige bronzezeitliche Hügelgräber.

Für Geocacher: In der Näher der Reckumer Steine gibt es den Geocache GCKH2D (www.geocaching.dom)


37. Reckumer Steine 1, südöstlich von Wildeshausen (+++), Sprockhoff-Nr. 811, (in meiner Karte die Nr.37)

Das erste Grab ist das kleinere, es liegt versteckt in einem kleinen Gebüsch in einer Wiese in Sichtweite von Grab 2. Wenn man das Gebüsch von der Straße aus sieht, vermutet man kaum, welch große Decksteine darin verborgen sind. Die 14 x 2 m lange Grabkammer ist zum größten Teil unversehrt erhalten, d.h. 18 - 19 Tragsteine und 7 Decksteine liegen noch mehr oder weniger in ihrer ursprünglichen Lage.
An zwei Trag- und zwei Decksteinen wurden Sprengungen vorgenommen, die allerdings unterbrochen wurden, denn in einem der mittleren Decksteine befindet sich noch die entsprechende Bohrung, die nie mit Dynamit gefüllt wurde.
Zwei Deck- und sechs Tragsteine des westlichen Endes sollen abhanden gekommen sein.
1989 war die Anlage das letzte Mal von Bäumen etc. befreit worden.

Position: Garmin: 52° 52,230 N, 8° 29,005 E
              Google Earth: 52° 52'13,57" N, 8° 28'59,83" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

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Bohrloch 2 im östlichen Deckstein
 
Bohrlöcher 1 und 3 (siehe Skizze oben)



 

38. Reckumer Steine 2, "Opferaltar", südöstlich von Wildeshausen (+++), Sprockhoff-Nr. 812, (in meiner Karte die Nr. 38)
Grab 2 ist das imposantere von beiden. Es liegt direkt am Walsrand, und ist im Sommer von Gebüsch verborgen (kl. Foto oben). Wie bei einigen anderen Großsteingräbern ist auch hier die Anlage nur im Winter ungestört zu bewundern (gr. Foto ganz oben). Die Grabkammer ist 19 x 2 m und nahezu unversehrt. Laut Sprockhoff sollen alle 12 Decksteine noch vorhanden sein, ich meine allerdings, dass einer im westlichen Bereich fehlt, obwohl sich seit Sprockhoffs Bestandsaufnahme keine wesentlichen Änderungen an den beiden Reckumer Steinen ergeben haben.
Ein kleiner Stein im Eingangsbereich, den Sprockhoff verzeichnet ist allerdings heute nicht mehr zu sehen
(in Skizze hell, durchgekreuzt), dafür liegt im westlichen Bereich ein zusätzlicher Stein (grün).
Ich habe 28 Trag- und Eingangssteine gezählt, plus 11 Decksteinen und 1 Deckstein des Eingangs.

An drei Decksteinen wurden Sprengungen vorbereitet bzw. durchgeführt. Am mittleren Deckstein am Eingangsbereich ist das Bohrloch für die Sprengladung gut zu erkennen.
Zwei Steine weiter nach Osten wurde der Deckstein in zwei Teile gesprengt, und auch die beiden östlichsten Steine wurden zertrümmert.


Bohrung 3 auf Skizze oben

Bei einer oberflächlichen Untersuchung um 1920 herum, wurde noch eine ca. 26 x 4 m große Einfassung des Grabes aus kleineren Findlingen erwähnt. Von ihr waren bereits 1929 und auch heute leider keine Steine mehr erhalten. Aber auch ohne Einfassung macht das Grab mit seinen gewaltigen Decksteinen einen imposanten Eindruck und sollte unbedingt besucht werden.

1873 war das Grab für 100 Thaler vom Besitzer J. Bahrs an das Hannoversche Provinzial-Museum verkauft worden. Heute ist es in Landesbesitz.

  
Bohrungen 1 und 2 in Skizze oben

Position: Garmin:
 52° 52,163 N, 8° 28,939 E
Google Earth:
 52° 52'10,30" N, 8° 28'56,31" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

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J.K. Wächter hatte in seiner Aufstellung 1848 noch Großsteingräber bei Hölingen erwähnt, deren Steine zum Bau der Friedhofmauer in
Harpstedt verwendet worden sein sollen.

Übrigens, falls sich jemand wundert, wo die Gräber 810 und 813 liegen: 806-810 (sieben Steinhäuser) liegen bei Fallingbostel, 813 (Stöckse) bei Nienburg, d.h. ganz weit weg!

 
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